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Sebastian Hofauer, LL.M.

Rechtsanwalt – Bankkaufmann (IHK) – Master des Wirtschaftsrechts (LL.M.)

Anwaltliche Stundensätze – Ein Überblick

Wieviel kostet ein Anwalt? Typische Juristenantwort: Es kommt drauf an. Grundsätzlich gelten die Regelungen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG). In manchen Fällen ist eine Abrechnung nach RVG allerdings nicht sachgerecht. Oder das RVG sieht keine Gebührentatbestände vor, z.B. bei Beratungstätigkeiten. In diesen Fällen rechnen Anwälte häufig auf Basis einer Stundenhonorarvereinbarung ab. Doch wie hoch ist der Stundensatz? Auch hier heißt die Antwort: Es kommt drauf an.

Hier finden Sie einige Links zu Artikeln und Rechtsprechung mit Bezug zu anwaltlichen Stundensätzen:

Artikel und Statistiken zu Anwalts-Stundensätzen

Anwalts-Stundensätze (Juve)

Soldan Institut – Der Preis der Zeit – Stundensätze deutscher Rechtsanwälte (Anwaltsblatt 07/2006)

„Der feste Stundensatz liegt nach Aussage der vom Soldan Institut befragten Anwälte durchschnittlich bei 182 €.“

Rechtsanwaltsvergütung – ein kurzer Überblick (Bundesrechtsanwaltskammer)

Wie viel kostet ein Anwalt? – Anwaltverein Darmstadt und Südhessen

„Die Spannbreite kann ohne Weiteres von 120 bis 500 € reichen.“

Anwaltsranking – Die besten Insolvenzverwalter der Republik (Handelsblatt.com vom 25.10.2011)

„Anwälte, die kleinere Unternehmen aus dem lokalen Mittelstand beraten, rufen bis zu 250 Euro Stundenhonorar auf. Oft weit unter 100 Euro Stundenhonorar setzen dagegen Anwälte um, deren Mandanten vor allem Privatkunden und kleine Einzelhändler sind. Nach Erhebungen des Essener Instituts für Anwaltmanagement liegt der Stundensatz einer Einzelkanzlei zwischen 115 Euro und 166 Euro. Sozietäten mit mehr als 100 Anwälten rufen Stundensätze zwischen 290 Euro und 376 Euro auf. Der durchschnittliche Stundensatz aller deutschen Anwälte liegt bei 180 Euro.“

So kalkulieren Sie den anwaltlichen Stundensatz richtig (IWW-Institut vom 01.03.2006)

„Dabei wurden große Spannweiten genannt, z.B. für Einzelanwälte im Westen zwischen 50 und 200 EUR (im Osten zwischen 35 und 175 EUR; Quelle: Krämer, Pricing für Anwälte – Eckpunkte der Honorargestaltung, NJW-Beilage „Anwalt“ Heft 1-2/01, 26). An anderer Stelle werden in der Honorar-Anwaltsliteratur ortsübliche Stundensätze zwischen 200 bis 300 EUR genannt (HRA 8/05, 2). Auf der Grundlage einer Mandantenumfrage im Jahre 2003 werden Beiträge von 250 bis 350 EUR, durchschnittlich 279 EUR für Wirtschaftsanwälte genannt, die Mandanten bereit sind, für eine Partnerstunde auszugeben, im Einzelfall auch 500 bis 600 EUR (Hümmer, Die Honorarfalle, JUVE Rechtsmarkt 02/04, 18). Nach einer weiteren Umfrage im Jahr 2003 werden für Wirtschaftsmandate Durchschnittstundensätze von 277 EUR (für Partner einer Kanzlei 357 EUR, für Associates 244 EUR) pro Stunde genannt (ebenfalls JUVE Rechtsmarkt 02/04 a.a.O.).“

Stundensätze bis zu 500 Euro (Sueddeutsche.de vom 19. Mai 2010)

„Der Stundensatz variiert meistens zwischen 150 und 300 Euro, Spitzenkanzleien im Wirtschaftsrecht nehmen sogar bis zu 500 Euro pro Stunde.“

Stundensätze von Rechtsanwälten nach Fachgebieten im Jahr 2013 (Statista)

Stolzer Anwalts-Stundensatz (n-tv.de vom 16.08.2010)

„Ein Stundensatz von bis zu 500 Euro für einen Anwalt ist nicht unbedingt „Wucher“. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz klargestellt. Demnach darf ein Anwalt je nach den Umständen des Einzelfalles einem Mandanten durchaus so tief in die Tasche greifen (Az.: 5 U 1409/09).“

Rechtsprechung zu Anwalts-Stundensätzen

OLG Hamm, Urteil vom 16.6.2009 – 28 U 1/09

„Zur Überzeugung des Senats steht fest, dass der Beklagte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch einen anderen Anwalt gefunden hätte, der mit ihm eine schlichte Stundenhonorarvereinbarung zu einem Stundensatz von jeweils 250 € – ohne besonderen Öffnungszusatz im Hinblick auf gegebenenfalls höhere gesetzlichen Gebühren – getroffen hätte.“

OLG München, Urteil vom 30.06.2010 – 7 U 1879/10

„Den hierbei angesetzten Stundensatz von 225,– € erachtet der Senat aus den bereits oben genannten Gründen für angemessen. Entgegen der Auffassung der Beklagten ist eine Kostenberechnung nach dem RVG hier nicht angemessen. Es ist gerichtsbekannt, dass eine Rechtsanwaltskanzlei mit aktien- und gesellschaftsrechtlichem Spezialwissen nicht nach RVG, sondern nur aufgrund Honorarvereinbarung auf der Basis von Stundensätzen abrechnet.“

OLG Koblenz, Beschluss vom 26.04.2010 – 5 U 1409/09 (Stundensatz eines Strafverteidigers von 250 € nicht zu beanstanden)