Anwaltskosten

Auf dieser Seite können Sie sich über die Einzelheiten meines Honorars informieren.

Vorab habe ich die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

  • Anfragen an mich per E-Mail oder Telefon sind unverbindlich und kostenfrei.
  • Eine persönliche Erstberatung kostet maximal 190,- € zuzüglich Umsatzsteuer (226,10 € brutto).
  • Weitere Tätigkeiten werden nach den gesetzlichen Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) abgerechnet.
  • In besonderen Fällen erfolgt die Abrechnung nach individueller Vereinbarung (z.B. bei reinen Beratungstätigkeiten).
  • Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, können Sie sich Ihren Anwalt frei aussuchen. Eine vorherige Rücksprache mit der Versicherung ist nicht erforderlich.
  • Wenn Sie in einen Unfall verwickelt wurden, den Sie nicht verschuldet haben, können Sie sofort einen Rechtsanwalt beauftragen. Die Anwaltskosten muss der Verursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherung ersetzen.
  • In Gerichtsprozessen muss grundsätzlich die unterliegende Partei alle Kosten tragen, einschließlich Ihrer eigenen Anwaltskosten.
  • Wenn Sie kein Geld für einen Rechtsanwalt haben, besteht unter Umständen ein Anspruch auf staatliche Beratungshilfe bzw. Prozesskostenhilfe.

Soweit die wesentlichen Fakten. Nachfolgend finden Sie genauere Ausführungen zu diesen Punkten. Falls Sie an irgendeiner Stelle Fragen haben, scheuen Sie sich nicht davor, mich anzusprechen.

Anfragen per E-Mail oder Telefon

Anfragen per E-Mail oder Telefon sind unverbindlich und kostenfrei. Schließlich wollen Sie zunächst einmal wissen, ob ich Ihnen bei Ihrer Angelegenheit helfen kann.

Erstberatung

Zu Beginn eines Mandats bietet sich regelmäßig eine Erstberatung an. Durch eine Erstberatung erhalten Sie einen Überblick über Ihre Rechtslage und Ihre Handlungsmöglichkeiten.

Eine Erstberatung kostet gegenüber Verbrauchern maximal 190,- € zuzüglich Umsatzsteuer (226,10 € brutto).

Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)

Weitergehende Tätigkeiten wie eine außergerichtliche oder gerichtliche Vertretung werden nach den gesetzlichen Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) abgerechnet.

Die Vergütung nach RVG ist für Laien leider schwer verständlich und kompliziert. Die Einzelheiten hier darzustellen, würde den Rahmen sprengen.

Wichtig ist zu wissen, dass sich die zu erhebenden Gebühren in den meisten Fällen nach dem so genannten Gegenstandswert richten (auch bekannt als „Streitwert“). Also je höher der Streitwert, desto höher das Honorar des Rechtsanwalts. Das gilt vor allem in Zivilsachen, arbeitsrechtlichen Streitigkeiten und Verwaltungssachen. In sozialrechtlichen Angelegenheiten wird dagegen nach so genannten Betragsrahmengebühren abgerechnet, dann dem Rechtsanwalt stehen für bestimmte Tätigkeiten Gebühren von X Euro bis Y Euro zu.

Die Vergütung nach RVG ist im Voraus schwierig zu berechnen, weil der Verlauf eines Rechtsstreits meistens nicht vorhergesagt werden kann. Geht ein Verfahren z.B. über mehrere Instanzen, können die Kosten steigen. Wird eine Einigung per Vergleich erzielt, führt dies regelmäßig zu höheren Rechtsanwaltsgebühren (Einigungsgebühr), dafür sinken die Gerichtskosten. Auch Sachverständigengutachten oder Zeugengelder können weitere Kosten verursachen.

In zivilrechtlichen Streitigkeiten gibt es allerdings bestimmte Gebührentatbestände, die regelmäßig anfallen und den größten Anteil ausmachen, sodass die Kosten eines Rechtsstreits – jedenfalls annähernd – prognostiziert werden können.

So fallen bei einer außergerichtlichen Vertretung (z.B. anwaltliches Mahnschreiben) regelmäßig an:

  • eine 1,3fache Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VV RVG,
  • die Auslagenpauschale nach Nr. 7002 VV RVG von max. 20 € sowie
  • Umsatzsteuer in Höhe 19%.

Bei einem Vergleich kommt außerdem eine 1,5fache Einigungsgebühr nach Nr. 1000 RVG hinzu.

In Gerichtsprozessen fallen in Zivilsachen regelmäßig an:

  • eine 1,3 Verfahrensgebühr nach Nr. 3100 VV RVG,
  • eine 1,2 Terminsgebühr nach Nr. 3104 VV RVG
  • die Auslagenpauschale nach Nr. 7002 VV RVG von max. 20 € sowie
  • Umsatzsteuer in Höhe 19%.

Bei einem Vergleich im Prozess kommt außerdem eine ermäßigte 1,0 Einigungsgebühr nach Nr. 1000, 1003 RVG hinzu.

Wieviel kostet Sie nun ein Rechtsstreit voraussichtlich? Eine erste Einschätzung können Sie sich über diverse Prozesskostenrechner im Internet holen. Ich kann Ihnen hier folgende Internetseiten empfehlen:

Foris Prozesskostenrechner

Roland Prozesskostenrechner

Prozesskostenrechner der Allianz Rechtsschutz Service GmbH

Abrechnung nach Vergütungsvereinbarung

Für bestimmte Tätigkeiten enthält das RVG keine abschließenden Regelungen (z.B. für Beratungstätigkeiten). In diesem Fall geht der Gesetzgeber davon aus, dass Rechtsanwalt und Mandant eine Gebührenvereinbarung abschließen sollen (vgl. § 34 RVG). Daneben gibt es auch Fälle, die nach dem RVG nicht sachgerecht abgerechnet werden können, z.B. wenn der Aufwand des Rechtsanwalts in keiner vernünftigen Relation zum Streitwert steht.

In diesem Fall wird regelmäßig eine vom RVG abweichende Abrechnung vereinbart. Hierbei sind verschiedene Modelle denkbar:

  • Abrechnung nach Zeitaufwand in Verbindung mit einem bestimmten Stundensatz (z.B. 200 € pro Stunde)
  • Pauschalhonorare / Festpreise
  • Vereinbarung eines fiktiven Gegenstandswerts

Weit verbreitet und üblich sind Stundenhonorare und Pauschalhonorare. Der Stundensatz oder die Pauschale wird dabei individuell zwischen Anwalt und Mandant vereinbart.

Wichtig: Durch eine Vergütungsvereinbarung können die gesetzlichen Gebühren überschritten werden! Das bedeutet, ein Rechtsanwalt, der nach Vergütungsvereinbarung abrechnet, kann am Ende teurer sein als ein Rechtsanwalt, der nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abrechnet. Erstattungsfähig sind regelmäßig auch nur die Kosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.

Das Gesetz sieht teilweise auch Mindestgebühren vor: In gerichtlichen Verfahren ist es verboten, geringere als die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG zu verlangen (vgl. § 49b Abs. 1 S. 1 BRAO i.V.m. § 4 Abs. 1 RVG). Dadurch soll nach dem Willen des Gesetzgebers ein Preiswettbewerb um Mandate in gerichtlichen Verfahren verhindert werden. Für außergerichtliche Tätigkeiten gilt dieses Verbot nicht.

Stundensätze von Rechtsanwälten variieren übrigens stark und hängen von der Region, der Kanzleigröße und vom Fachgebiet ab. Einen Überblick finden Sie in meinem Beitrag „Rechtsanwalt Stundensatz – Ein Überblick“.

Wer bezahlt die Anwaltskosten?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Zunächst einmal der Mandant. Der Mandant ist Auftraggeber des Rechtsanwalts und daher auch zur Zahlung der Vergütung verpflichtet. Allerdings kommt häufig auch eine Erstattung der Anwaltskosten durch Dritte in Betracht:

Kostenerstattung durch Gegner

In streitigen Auseinandersetzungen besteht häufig ein Kostenerstattungsanspruch gegen den Gegner. Zum Beispiel kann der Schuldner in einer Forderungsangelegenheit zur Erstattung der Anwaltskosten des Gläubigers verpflichtet sein. Mehr dazu erfahren Sie in meinem Beitrag „Die Erstattung von Rechtsanwaltskosten“.

Kostenübernahme durch Rechtsschutzversicherung

Soweit Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, übernimmt diese regelmäßig die Vergütung gemäß RVG. Höhere Honorare erstattet die Rechtsschutzversicherung regelmäßig nicht.

Wichtig ist, dass vorher für den konkreten Fall eine Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung vorliegt. Ich bin Ihnen gerne bei der Einholung der Deckungszusage behilflich.

Auch wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, gilt nach dem Gesetz die freie Anwaltswahl (vgl. § 127 VVG). Wenn Ihnen die Rechtsschutzversicherung einen Rechtsanwalt empfiehlt, handelt es sich meistens um Anwälte, die mit der Rechtsschutzversicherung eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen haben. Sie sind aber in keinem Fall an eine solche Empfehlung gebunden, sondern können sich immer einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens aussuchen!

Kostenerstattung in Unfallsachen

In Unfallsachen übernimmt regelmäßig die gegnerische Haftpflichtversicherung Ihre Anwaltskosten als Schadensersatz. Das gilt jedenfalls, soweit Sie den Unfall nicht verschuldet haben. Sie können sich in solchen Fällen sofort einen Rechtsanwalt nehmen und müssen nicht erst selbst mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung korrespondieren (das ist auch meistens nicht empfehlenswert).

Kostenerstattung in Gerichtsprozessen

Bei Gerichtsprozessen können Sie sich folgende Faustformel merken: Wer verliert, trägt alle Kosten des Rechtsstreits (einschließlich der Anwaltskosten). Bei teilweisem Obsiegen bzw. Verlieren werden die Kosten nach einer entsprechenden Quote verteilt.

Beispiel: Sie verklagen jemanden auf Zahlung von 10.000 €. Im Urteil bekommen Sie aber nur 4.000 € zugesprochen. Dann haben Sie faktisch zu 60% verloren und müssen daher auch 60% der Kosten übernehmen.

Eine Ausnahme hiervon gilt in Arbeitsgerichtsverfahren: Dort gibt es in der ersten Instanz überhaupt keine Kostenerstattung für die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts (vgl. § 12a ArbGG).

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe

Die Durchsetzung von Rechten darf nicht vom Portemonnaie des Betroffenen abhängen. Deshalb gibt es in Deutschland staatliche Hilfen für Bürger, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage sind, die Kosten für einen Rechtsanwalt oder einen Prozess selbst aufzubringen.

Bei außergerichtlichen Auseinandersetzungen und in Beratungsangelegenheiten gibt es die sogenannte Beratungshilfe. Beratungshilfe wird gewährt, wenn der Rechtssuchende nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage ist, die Kosten für eine Beratung selbst aufzubringen. Außerdem darf keine andere Möglichkeit der Rechtsinformation bestehen und das Beratungshilfeersuchen darf nicht mutwillig sein.

Den erforderlichen Beratungshilfeschein erhalten Sie bei der Rechtsantragsstelle Ihres örtlichen Amtsgerichts (das ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz haben). Das für Ihre Postleitzahl zuständige Amtsgericht können Sie herausfinden unter

https://www.justizadressen.nrw.de

Wenn Ihnen der Beratungshilfeschein vorliegt, können Sie gerne bei mir anfragen, ob ich Ihre Angelegenheit übernehmen kann.

Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen gibt es die sogenannte Prozesskostenhilfe. Auch diese muss beim zuständigen Gericht vorab beantragt werden.

Mehr Informationen zu Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe finden Sie auch unter folgenden Links:

https://www.brak.de/fuer-verbraucher/kosten/beratungs-und-prozesskostenhilfe/

https://www.bmjv.de/DE/Themen/GerichtsverfahrenUndStreitschlichtung/Prozesskostenhilfe/Prozesskostenhilfe_node.html

https://service.hessen.de/html/Prozesskostenhilfe-oder-Verfahrenskostenhilfe-bei-Gericht-beantragen-7664.htm

https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/justizministerium/die-prozesskostenhilfe/2164

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