Anwaltskosten

Auf dieser Seite finden Sie Informationen über Anwaltskosten, die Kostenerstattung durch Gegner oder Dritte und staatliche Hilfen für Rechtssuchende.

Kostenlose Anfrage per E-Mail, Kontaktformular oder Telefon

Anfragen per E-Mail, Kontaktformular oder Telefon sind unverbindlich und kostenfrei (abgesehen von Ihren Telefongebühren). Hierdurch entsteht noch kein Mandatsverhältnis und es fallen auch keine Anwaltskosten an.

Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)

Weitergehende Tätigkeiten wie z.B. eine außergerichtliche oder gerichtliche Vertretung werden nach den gesetzlichen Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) abgerechnet.

Die Vergütung nach dem RVG ist für juristische Laien leider schwer verständlich. Sämtliche Einzelheiten hier darzustellen, würde den Rahmen sprengen. Ich beschränke mich daher auf die wichtigsten Punkte:

Die zu erhebenden Gebühren richten sich regelmäßig nach dem so genannten Gegenstandswert (auch bekannt als „Streitwert“). Das bedeutet: Je höher der Streitwert, desto höher das Honorar des Rechtsanwalts. Das gilt vor allem in Zivilsachen, arbeitsrechtlichen Sachen und Verwaltungssachen. In sozialrechtlichen oder strafrechtlichen Angelegenheiten wird dagegen nach so genannten Betragsrahmengebühren abgerechnet. Der Rechtsanwalt darf dann seine Gebühren – unabhängig vom Streitwert – nur in einem festgelegten Rahmen erheben (z.B. 40 € bis 360 €).

Die Vergütung nach RVG ist im Voraus schlecht zu beziffern, weil der Verlauf eines Rechtsstreits meistens nicht vorhergesagt werden kann. Geht ein Verfahren z.B. über mehrere Instanzen, können die Kosten steigen. Wird eine Einigung per Vergleich erzielt, führt dies regelmäßig zu weiteren Rechtsanwaltsgebühren (Einigungsgebühr), dafür sinken die Gerichtskosten. Auch Sachverständigengutachten können weitere Kosten verursachen.

Bei zivilrechtlichen Streitigkeiten können Sie sich an folgenden Werten orientieren:

StreitwertAnwaltskosten außergerichtlich (ca.)Anwaltskosten gerichtlich (ca.)
500,- €85,- €160,- €
1.000,- €150,- €270,- €
10.000,- €900,- €1.700,- €
100.000,- €2.350,- €4.500,- €
1.000.000,- €7.400,- €14.100,- €

Es handelt sich um Richtwerte. Hinzu kommen Gerichtskosten und weitere Auslagen.

Für eine genauere Berechnung gibt es verschiedene Prozesskostenrechner im Internet. Ich kann Ihnen hier folgende Internetseiten empfehlen:

Foris Prozesskostenrechner

Roland Prozesskostenrechner

Prozesskostenrechner der Allianz Rechtsschutz Service GmbH

Abrechnung nach Vergütungsvereinbarung

Für bestimmte Tätigkeiten enthält das RVG keine Vergütungsregelungen (z.B. für Beratungstätigkeiten). In diesem Fall besagt das Gesetz, dass Rechtsanwalt und Mandant eine Gebührenvereinbarung abschließen sollen (vgl. § 34 RVG). Außerdem gibt es Fälle, die nach dem RVG nicht sachgerecht abgerechnet werden können.

In diesem Fall wird eine vom RVG abweichende Abrechnung vereinbart. Hierbei sind verschiedene Modelle denkbar:

  • Abrechnung nach Zeitaufwand in Verbindung mit einem bestimmten Stundensatz (z.B. 200 € pro Stunde)
  • Pauschalhonorare
  • Vereinbarung eines höheren Gegenstandswerts und Abrechnung nach RVG

Weit verbreitet und üblich sind Stundenhonorare und Pauschalhonorare. Der Stundensatz oder die Pauschale wird individuell zwischen Anwalt und Mandant vereinbart.

Durch eine Vergütungsvereinbarung können die gesetzlichen Gebühren überschritten werden. Das Gesetz sieht teilweise auch Mindestgebühren vor: In gerichtlichen Verfahren ist es verboten, geringere als die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG zu verlangen (vgl. § 49b Abs. 1 S. 1 BRAO i.V.m. § 4 Abs. 1 RVG). Dadurch soll nach dem Willen des Gesetzgebers ein Preiswettbewerb um Mandate in gerichtlichen Verfahren verhindert werden.

Stundensätze von Rechtsanwälten variieren übrigens stark und hängen von der Region, der Kanzleigröße und vom Fachgebiet ab. Einen Überblick finden Sie in meinem Beitrag „Rechtsanwalt Stundensatz – Ein Überblick“.

Wer bezahlt die Anwaltskosten?

Ganz einfach: Zunächst einmal der Mandant. Der Mandant ist Auftraggeber des Rechtsanwalts und daher auch zur Zahlung der Vergütung verpflichtet. Allerdings kommt in bestimmten Fällen auch eine Erstattung der Anwaltskosten durch Dritte in Betracht.

Kostenerstattung durch Gegner

In streitigen Auseinandersetzungen besteht häufig ein Kostenerstattungsanspruch gegen den Gegner. Zum Beispiel kann der Schuldner in einer Forderungsangelegenheit zur Erstattung der Anwaltskosten des Gläubigers verpflichtet sein. Mehr dazu erfahren Sie in meinem Beitrag „Die Erstattung von Rechtsanwaltskosten“.

Kostenübernahme durch Rechtsschutzversicherung

Soweit Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, übernimmt diese regelmäßig die Vergütung gemäß RVG. Höhere Honorare erstattet die Rechtsschutzversicherung regelmäßig nicht.

Wichtig ist, dass vorher für den konkreten Fall eine Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung vorliegt. Ich bin Ihnen gerne bei der Einholung der Deckungszusage behilflich.

Auch wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, gilt nach dem Gesetz die freie Anwaltswahl (vgl. § 127 VVG). Wenn Ihnen die Rechtsschutzversicherung einen Rechtsanwalt empfiehlt, handelt es sich meistens um Anwälte, die mit der Rechtsschutzversicherung eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen haben. Sie sind aber in keinem Fall an eine solche Empfehlung gebunden, sondern können sich immer einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens aussuchen!

Kostenerstattung in Unfallsachen

In Unfallsachen übernimmt regelmäßig die gegnerische Haftpflichtversicherung Ihre Anwaltskosten als Schadensersatz. Das gilt jedenfalls, soweit Sie den Unfall nicht verschuldet haben. Sie können sich in solchen Fällen sofort einen Rechtsanwalt nehmen und müssen nicht erst selbst mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung korrespondieren (das ist auch meistens nicht empfehlenswert).

Kostenerstattung in Gerichtsprozessen

Bei Gerichtsprozessen können Sie sich folgende Faustformel merken: Wer verliert, trägt alle Kosten des Rechtsstreits (einschließlich der Anwaltskosten). Bei teilweisem Obsiegen bzw. Verlieren werden die Kosten nach einer entsprechenden Quote verteilt.

Beispiel: Sie verklagen jemanden auf Zahlung von 10.000 €. Im Urteil bekommen Sie aber nur 4.000 € zugesprochen. Dann haben Sie faktisch zu 60% verloren und müssen daher auch 60% der Kosten übernehmen.

Eine Ausnahme hiervon gilt in Arbeitsgerichtsverfahren: Dort gibt es in der ersten Instanz überhaupt keine Kostenerstattung für die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts (vgl. § 12a ArbGG).

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe

Die Durchsetzung von Rechten darf nicht vom Portemonnaie des Betroffenen abhängen. Deshalb gibt es in Deutschland staatliche Hilfen für Bürger, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage sind, die Kosten für einen Rechtsanwalt oder einen Prozess selbst aufzubringen.

Bei außergerichtlichen Auseinandersetzungen und in Beratungsangelegenheiten gibt es die sogenannte Beratungshilfe. Beratungshilfe wird gewährt, wenn der Rechtssuchende nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage ist, die Kosten für eine Beratung selbst aufzubringen. Außerdem darf keine andere Möglichkeit der Rechtsinformation bestehen und das Beratungshilfeersuchen darf nicht mutwillig sein.

Den erforderlichen Beratungshilfeschein erhalten Sie bei der Rechtsantragsstelle Ihres örtlichen Amtsgerichts (das ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz haben). Das für Ihre Postleitzahl zuständige Amtsgericht können Sie herausfinden unter

https://www.justizadressen.nrw.de

Wenn Ihnen der Beratungshilfeschein vorliegt, können Sie gerne bei mir anfragen, ob ich Ihre Angelegenheit übernehmen kann.

Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen gibt es die sogenannte Prozesskostenhilfe. Auch diese muss beim zuständigen Gericht vorab beantragt werden.

Mehr Informationen zu Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe finden Sie auch unter folgenden Links:

https://www.hofauer.com/beratungshilfe

https://www.brak.de/fuer-verbraucher/kosten/beratungs-und-prozesskostenhilfe/

https://www.bmjv.de/DE/Themen/GerichtsverfahrenUndStreitschlichtung/Prozesskostenhilfe/Prozesskostenhilfe_node.html

https://service.hessen.de/html/Prozesskostenhilfe-oder-Verfahrenskostenhilfe-bei-Gericht-beantragen-7664.htm

https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/justizministerium/die-prozesskostenhilfe/2164

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