Ausschluss des Widerrufsrechts bei kundenspezifisch hergestellten Waren

Der Ausschluss des Widerrufsrechts bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen gilt auch, wenn die Ware zwar nach Kundenspezifikation herzustellen ist, mit der Herstellung aber noch nicht begonnen wurde. Das hat der EuGH in einem Vorabentscheidungsverfahren entschieden, welches einen Rechtsstreit zwischen einer Verbraucherin und einer deutschen Möbelverkaufsgesellschaft betraf.

Die zentrale Aussage der EuGH-Entscheidung lautet:

„Art. 16 Buchst. c der Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 über die Rechte der Verbraucher, zur Abänderung der Richtlinie 93/13/EWG des Rates und der Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 85/577/EWG des Rates und der Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates ist dahin auszulegen, dass die Ausnahme vom dort geregelten Widerrufsrecht einem Verbraucher, der außerhalb von Geschäftsräumen einen Kaufvertrag über eine Ware geschlossen hat, die nach seinen Spezifikationen herzustellen ist, unabhängig davon entgegengehalten werden kann, ob der Unternehmer mit deren Herstellung begonnen hat oder nicht.“

(EuGH, Ur­teil vom 21.10.2020 – C-529/19)