Datenschutz Auskunftzentrale verschickt Rechnungen

Die DAZ Datenschutz-Auskunftzentrale verschickt in letzter Zeit Rechnungen für die Leistung „Basisdatenschutz“ in Höhe von 498,00 €.

Wofür werden die Rechnungen gestellt?

Die Rechnungen hängen offenbar zusammen mit Telefaxschreiben, die in den letzten Monaten an Unternehmen verschickt wurden. Darin wurden die Empfänger aufgefordert, sich an einer „Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“ zu beteiligen. Zur Erfüllung der „gesetzlichen Pflichten“ sollten die Empfänger ein beigefügtes Formular ausfüllen und so schnell wie möglich zurückschicken. Hierzu hatte ich bereits an anderer Stelle berichtet:

https://www.hofauer.com/daz-datenschutzauskunft-zentrale/

Auch bei heise-online wurde hierüber bereits ausführlich berichtet:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutzauskunft-Zentrale-Abzockversuch-mit-der-DSGVO-4180051.html

Wer steckt hinter den Rechnungen der Datenschutz Auskunftzentrale?

In der Rechnung taucht nun plötzlich nicht mehr als Absender die „DAZ – Zentrale Postverteilstelle“ aus Oranienburg auf, sondern folgende Firma:

DAZ Datenschutz-Auskunftszentrale Ltd.

DE Abrechnungsstelle Malta

141 Edgard Bernard Street Gzira

GZR1707 Malta


Die geforderte Zahlung soll auch auf ein Konto der BANIF BANK (MALTA) PLC erfolgen.

Muss man die Rechnung bezahlen?

Zunächst einmal ist zweifelhaft, wieso nun eine Ltd. aus Malta den Rechnungsbetrag beansprucht. In den Faxschreiben, die in der Vergangenheit im Namen der DAZ Datenschutz-Auskunftszentrale verschickt wurden, tauchte diese Ltd. überhaupt nicht als möglicher Vertragspartner auf.

Auch in der Sache erscheint die Forderung rechtlich zweifelhaft. Die Faxanschreiben und die beigefügten Formulare waren bewusst so konzipiert, dass „durch die Hintertür“ ein teures Abonnement für eine zweifelhafte Gegenleistung angedreht werden soll („Abo-Falle“). Es spricht einiges dafür, dass solche Verträge zumindest anfechtbar, wenn nicht sogar nichtig sind. Wer das Faxformular also unterschrieben zurückgeschickt hat, sollte den Vertrag sicherheitshalber anfechten.

(Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Er erhebt daher keinen Anspruch auf fortlaufende Aktualität.)