Der Anspruch einer Werkstatt auf Standgeld ist auf den Restwert des Unfallfahrzeugs begrenzt

Nach einem Verkehrsunfall werden beschädigte Fahrzeuge häufig auf Veranlassung des Fahrers oder der Polizei zu einer Werkstatt verbracht. Meistens repariert dann die Werkstatt das Fahrzeug oder kauft es auf. Es kann allerdings auch passieren, dass das Fahrzeug länger in der Werkstatt liegenbleibt. In solchen Fällen verlangen Werkstätten häufig Standgeld.

Das OLG Koblenz hat nun in diesem Zusammenhang entschieden, dass eine Werkstatt nicht für eine beliebig lange Zeit Standgeld verlangen kann. In dem entschiedenen Fall ging es um ein Unfallfahrzeug, das in eine Werkstatt gebracht wurde. Ursprünglich war angedacht, dass die Werkstatt das Fahrzeug erwirbt. Jedoch scheiterten später die Vertragsverhandlungen, das Fahrzeug blieb längere Zeit in der Werkstatt. Nun verlangte die Werkstatt Standgeld.

Das OLG Koblenz stellte klar, dass der Anspruch der Werkstatt nicht für eine beliebig lange Zeit besteht, sondern wegen der eigenen Schadens­min­de­rungs­pflicht begrenzt ist. Das Standgeld sei demnach auf den Restwert des Autos begrenzt.

(OLG Koblenz, Urteil vom 9. März 2016, AZ: 2 U 217/15)