Der Nutzungsersatz nach Rückabwicklung eines Autokaufvertrages

Wenn ein Käufer rechtswirksam von einem Autokaufvertrag zurückgetreten ist, schuldet der Käufer dem Verkäufer nicht nur die Rückgewähr des Fahrzeugs, sondern gemäß § 346 Abs. 1 BGB auch den Ersatz der bis zum Tag der Rückgabe gezogenen Nutzungen. Da die vom Käufer aus der Nutzung des Kraftfahrzeugs gezogenen Gebrauchsvorteile nicht in Natur herausgegeben werden können, hat der Käufer hierfür gemäß § 346 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 BGB Wertersatz zu leisten.

Die Höhe dieses Wertersatzanspruchs wird bei Gebrauchtfahrzeugen üblicherweise so berechnet, dass der Bruttokaufpreises mit der zurückgelegten Fahrstrecke multipliziert wird und das Ergebnis durch die zu erwartende Restlaufleistung des Fahrzeugs geteilt wird (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 16.04.2009 – 6 U 574/08; Reinking/Eggert, Der Autokauf, 13. Aufl. 2017, Rn. 1166). Dabei unterstellt die Rechtsprechung häufig eine Gesamtlaufleistung eines PKW in Höhe von 250.000 Kilometern, siehe auch folgenden Beitrag:

Wer vom Autokaufvertrag zurücktritt, muss Nutzungsentschädigung zahlen