Bei eBay selber mitbieten kann teuer werden!

Bei eBay-Auktionen kommt es immer wieder vor, dass Verkäufer selbst über ein zweites eBay-Konto auf ihre eigenen Auktionen mitbieten (sog. „Shill Bidding“). Damit soll zum einen der Preis in die Höhe getrieben werden, zum anderen soll der Verkäufer selbst den Zuschlag erhalten, falls die übrigen Gebote ihm nicht zusagen. Diese Praxis kann im Ergebnis ein sehr teurer Spaß werden, wie ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zeigt.

Der Beklagte hatte in einer 10-tägigen eBay-Auktion einen VW Golf 6 mit einem Startpreis von 1 € zum Verkauf angeboten. Zunächst bot ein unbekannter Dritter nur 1 €. Der Kläger gab im Laufe der Auktion ebenfalls mehrere Gebote ab und war zwischenzeitlich zu einem Preis von 1,50 € Höchstbietender. Ab diesem Preis bot der Beklagte allerdings selbst über ein zweites eBay-Mitgliedskonto mit und trieb den Preis auf 17.000 € hoch. Da der Kläger nicht mehr als 17.000 € bieten wollte, bekam der Beklagte über sein zweites eBay-Konto selbst den Zuschlag.

Zum Verhängnis wurde dem Beklagten, dass er – noch während der Laufzeit der streitgegenständlichen Auktion – über sein erstes Benutzerkonto dasselbe Fahrzeug erneut im Rahmen einer eintägigen eBay-Auktion zu einem Startpreis von 1 € anbot. Auch in dieser Auktion bot der Beklagte mit und bekam den Zuschlag wieder selbst für 16.500 €.

Der Kläger verlangte daraufhin über seinen Rechtsanwalt die Erfüllung des Kaufvertrags zu einem Kaufpreis von 1,50 €. Nachdem der Beklagte innerhalb der gesetzten Frist mitgeteilt hatte, das Fahrzeug zwischenzeitlich veräußert zu haben, erklärte der Kläger den Rücktritt vom Kaufvertrag und verlangte die Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 16.500 €.

Der Bundesgerichtshof gab dem Kläger im Ergebnis Recht. Der Beklagte muss demnach an den Kläger Schadensersatz statt der Leistung in Höhe der begehrten 16.500 € zahlen. Nach Auffassung des BGH war der Kläger bei der eBay-Auktion zwischenzeitlich mit seinem Gebot von 1,50 € Meistbietender, die weiteren Erhöhungen waren wegen der eigenen Gebote des Verkäufers über sein zweites Konto unwirksam. Dadurch sei zum Preis von 1,50 € zwischen den Parteien ein Kaufvertrag zustande gekommen.

Die Entscheidung des BGH zeigt, dass das „Mitbieten“ über ein Zweitkonto nicht nur gegen eBay-Grundsätze verstößt, sondern auch zivilrechtlich erhebliche Konsequenzen haben kann.

(Bundesgerichtshof, Urteil vom 24.08.2016 – VIII ZR 100/15)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.