Kauf einer Einbauküche – Kaufrecht oder Werkvertragsrecht?

Wenn ein Kunde nach dem Einbau einer Küche Mängel geltend macht, ist es wichtig zu unterscheiden, ob rechtlich gesehen ein Kaufvertrag oder ein Werkvertrag abgeschlossen wurde. Darauf hat der Bundesgerichtshof noch einmal in einem Urteil vom 19.07.2018 (Az. VII ZR 19/18) hingewiesen. Der BGH führte hierzu unter anderem aus:

„Verpflichtet sich ein Unternehmer zur Lieferung und Montage einer Sache, kommt es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die rechtliche Einordnung des Vertragsverhältnisses als Werkvertrag oder als Kaufvertrag mit Montageverpflichtung ( § 434 Abs. 2 BGB ) darauf an, auf welcher der beiden Leistungen bei der gebotenen Gesamtbetrachtung der Schwerpunkt liegt. Je mehr die mit dem Warenumsatz verbundene Übertragung von Eigentum und Besitz der zu montierenden Sache auf den Vertragspartner im Vordergrund steht und je weniger dessen individuelle Anforderungen und die geschuldete Montage- und Bauleistung das Gesamtbild des Vertragsverhältnisses prägen, desto eher ist die Annahme eines Kaufvertrags mit Montageverpflichtung geboten. Liegt der Schwerpunkt dagegen auf der Montage- und Bauleistung, etwa auf Einbau und Einpassung einer Sache in die Räumlichkeit, und dem damit verbundenen individuellen Erfolg, liegt ein Werkvertrag vor (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juni 2016 – VII ZR 348/13 Rn. 11,BauR 2016, 1478= NZBau 2016, 558; Urteil vom 7. März 2013 – VII ZR 162/12 Rn. 18,BauR 2013, 946= NZBau 2013, 297; Urteil vom 22. Dezember 2005 – VII ZR 183/04 , juris Rn. 12, BGHZ 165, 325 ; Urteil vom 3. März 2004 – VIII ZR 76/03 , juris Rn. 10,BauR 2004, 995= NZBau 2004, 326, jeweils m.w.N.).

Diese Grundsätze zur rechtlichen Einordnung von Verträgen über die Lieferung und Montage einer Sache stehen im Einklang mit der Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter (ABl. EG L 171 vom 7. Juli 1999, S. 12), die im Streitfall bei der Auslegung des nationalen Rechts zu berücksichtigen ist, und mit der hierzu ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union. Danach liegt ein Kaufvertrag im Sinne der Richtlinie vor, wenn der Vertrag die Dienstleistung der Montage des verkauften Gutes im Verbund mit dem Kaufabschluss vorsieht und die Dienstleistung den Verkauf lediglich ergänzt, nicht jedoch wenn die Dienstleistung als Hauptgegenstand des Vertrags anzusehen ist (vgl. EuGH, NZBau 2018, 283 Rn. 37, 38, 44 – Schottelius).“