Inkasso – Professionelle Durchsetzung Ihrer Forderungen

Wenn ein Kunde eine Rechnung trotz Mahnungen nicht bezahlt, sollte man nicht unnötig Zeit verstreichen lassen. Denn solange noch kein Insolvenzverfahren über das Vermögen des Kunden eröffnet wurde, besteht faktisch ein „Wettlauf der Gläubiger“. Wer seine Forderung zuerst tituliert und nötigenfalls zwangsvollstreckt, hat bessere Chancen, noch an sein Geld zu kommen.

Ich unterstütze Unternehmer bei der Durchsetzung offener Rechnungen, wenn diese vom Kunden nicht bezahlt werden. Dazu gehören vorgerichtliche Mahnschreiben, die Durchführung eines gerichtlichen Mahnverfahrens und die Vertretung im Klageverfahren. Sofern gewünscht, wirke ich auf rechtssichere Ratenzahlungsvereinbarungen mit dem Schuldner hin. Durch professionelle Software besteht außerdem die Möglichkeit, Rechnungsforderungen mitsamt der aufgelaufenen Verzugszinsen centgenau zu berechnen.

Das Inkasso durch einen Rechtsanwalt bietet Ihnen folgende Vorteile:

  • Ich führe für Sie eine professionelle und verbindliche Kommunikation mit Ihrem Schuldner.
  • Ich leite nötigenfalls gerichtliche Maßnahmen zur Titulierung Ihrer Rechnungsforderung ein.
  • Meine Kosten muss regelmäßig Ihr Schuldner übernehmen.
  • Als Rechtsanwalt bin ich – im Gegensatz zu Inkassounternehmen – berechtigt, sämtliche ggf. erforderlichen Schritte der Beitreibung durchzuführen.
  • Sie behalten Ihren Anspruch auf die volle Rechnungsforderung, es fällt keine prozentuale Provision an.

Nachfolgend habe ich die wichtigsten Fragen und Antworten zum Inkasso zusammengefasst.

An wen sollte ich mich bei offenen Rechnungen wenden? An ein Inkassounternehmen oder an einen Rechtsanwalt?

Als Rechtsanwalt müsste ich jetzt eigentlich sagen: An einen Anwalt natürlich! Das lässt sich aber nicht pauschal beantworten, sondern hängt letztlich vom Verhalten des Schuldners ab.

Wenn Sie als Unternehmer offene Rechnungen eintreiben wollen, steht es Ihnen grundsätzlich frei, ob Sie ein Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung Ihrer offenen Forderung beauftragen. Die Entscheidung für ein Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt ist jedenfalls in den Fällen unproblematisch, in denen die Forderung an sich unbestritten ist. In diesen Fällen hängt die Entscheidung von den persönlichen Vorlieben des Gläubigers ab: Möchte ich die Forderung an ein Inkassounternehmen mit Abschlag verkaufen? Oder möchte ich die volle Forderung behalten und die Kosten für die Rechtsverfolgung vorab selbst auslegen? Der Gläubiger hat hier letztlich die freie Wahl.

Anders sieht die Situation aus, wenn der Schuldner die Berechtigung der Forderung aus irgendwelchen Gründen bestreitet, z.B. weil ein anderer Preis vereinbart worden sein soll oder weil der Unternehmer seine Leistung schlecht ausgeführt haben soll. In diesen Fällen ist der Unternehmer gut beraten, direkt einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung der Forderung zu beauftragen.

Warum sollte man bei streitigen Forderungen direkt einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung seiner Forderung beauftragen?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst ist in solchen Fällen ja zu erwarten, dass der Schuldner sich gegen die Forderung wehren wird, notfalls gerichtlich. D.h. im Gerichtsprozess wird der Schuldner voraussichtlich Einwendungen gegen die Forderung geltend machen. Der Unternehmer muss solche Einwendungen dann entkräften und hierzu entsprechend vortragen und argumentieren. Das ist die typische Aufgabe für einen Rechtsanwalt.

Außerdem gilt bei der Einschaltung von Inkassounternehmen und Rechtsanwälten das Gebot der Erforderlichkeit und Zweckmäßigkeit. Die Einschaltung eines Inkassounternehmens bzw. eines Rechtsanwalts muss zum Zeitpunkt der Beauftragung („ex-ante-Sicht“) erforderlich und zweckmäßig gewesen sein (vgl. BGH, Urteil vom 09. März 2011 – VIII ZR 132/10). Wenn schon vor Beauftragung klar ist, dass der Schuldner die Forderung bestreitet und daher eine Prozessvertretung durch einen Rechtsanwalt notwendig ist, kann der Unternehmer nicht vorab ein Inkassounternehmen einschalten. D.h. einschalten kann er ein Inkassounternehmen schon, aber später keine Kosten hierfür erstattet verlangen. Denn in einem solchen Fall produziert die Einschaltung eines Inkassounternehmens unnötige vermeidbare Kosten. Hinzu kommt auch, dass ein Rechtsanwalt die Gebühren für Mahnschreiben und Tätigkeiten im Mahnverfahren auf spätere Prozessgebühren anrechnen muss.

Als Faustformel lässt sich daher festhalten:

Ist die Forderung unbestritten, kann sich der Unternehmer aussuchen, ob er ein Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt einschalten möchte. Wird die Forderung vom Schuldner allerdings bestritten, sollte der Unternehmer direkt einen Rechtsanwalt mit der weiteren Durchsetzung beauftragen.

Wer muss die Kosten für das Rechtsanwalt Inkasso übernehmen?

Grundsätzlich muss derjenige den Rechtsanwalt bezahlen, der ihn beauftragt, beim Anwalt-Inkasso also der Gläubiger. Wenn sich der Schuldner allerdings mit einer berechtigten Rechnung in Verzug befindet, muss er auch die Rechtsanwaltskosten übernehmen (BGH, Urteil vom 17. September 2015 – IX ZR 280/14). Der Gläubiger hat also einen Kostenerstattungsanspruch gegen den Schuldner. Daher fordere ich meine Kosten direkt mit der Hauptforderung vom Gegner ein.

Kommt es zum Prozess, fällt das Gericht am Ende im Urteil eine Kostenentscheidung. Diese richtet sich nach dem Erfolgsanteil in der Hauptsache. Wenn das Gericht dem Gläubiger die eingeklagte Forderung voll zuspricht, muss der Schuldner alle Kosten des Rechtsstreits tragen.

Wie hoch sind die Gebühren beim Rechtsanwalt Inkasso?

Die Kosten beim Anwalt-Inkasso werden streitwertabhängig nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) berechnet. Der Schuldner muss diese Kosten bei einer berechtigten Forderung übernehmen.

Die genauen Kosten lassen sich recht einfach mit den Standardeinstellungen in einem Prozesskostenrechner abschätzen, z.B.

DAV-Prozesskostenrechner

Roland Prozesskostenrechner

Wie läuft das Rechtsanwalt Inkasso ab?

Das Anwaltsinkasso beginnt regelmäßig mit einem außergerichtlichen Forderungsschreiben von mir an den Schuldner. Häufig zeigt dies schon die gewünschte Wirkung und der Schuldner zahlt. Durch ein Anwaltsschreiben begreift der Schuldner nämlich, dass die Forderung mit Nachdruck betrieben wird und der Unternehmer seine Rechnung nicht auf sich beruhen lassen möchte.

Kann der Schuldner die Forderung nicht auf einmal bezahlen, bietet sich in diesem Stadium auch der Abschluss einer rechtssicheren Ratenzahlungsvereinbarung an. Auch dies wird auf Wunsch von mir übernommen.

Zeigt mein außergerichtliches Mahnschreiben nicht die gewünschte Wirkung, wird regelmäßig als nächstes ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet. Die hierfür erforderlichen Formalitäten werden von mir übernommen. Alternativ können Sie das Mahnverfahren selbst durchführen und mich erst nach einem Widerspruch des Schuldners mit dem Hauptsacheverfahren beauftragen.

Dem Schuldner wird im Mahnverfahren zunächst ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt. Widerspricht der Schuldner nicht innerhalb von zwei Wochen dem Mahnbescheid, wird als nächstes ein Vollstreckungsbescheid beantragt. Gegen diesen kann der Schuldner als letzte Möglichkeit Einspruch innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung einlegen. Legt der Schuldner keinen Einspruch ein, wird der Vollstreckungsbescheid rechtskräftig. Der rechtskräftige Vollstreckungsbescheid ist dann der gerichtliche Titel zur Durchführung der Zwangsvollstreckung.

Legt der Schuldner Widerspruch gegen den Mahnbescheid bzw. Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid ein, geht die Sache in ein reguläres Klageverfahren vor Gericht über und wird dort weiterverhandelt.

In manchen Fällen erscheinen außergerichtliche Mahnschreiben oder das Betreiben des Mahnverfahrens von vornherein aussichtslos, zum Beispiel wenn der Schuldner die Zahlung von Beginn an unter Verweis auf vermeintliche Einreden verweigert. Dann bietet es sich an, direkt Klage gegen den Schuldner zu erheben, zumal sonst möglicherweise nicht alle vorgerichtlichen Anwaltskosten erstattungsfähig sind.

Am Ende des Rechtsstreits ergeht dann ein Urteil oder die Parteien schließen einen gerichtlichen Vergleich. Aus dem Urteil bzw. dem Vergleich kann dann die Zwangsvollstreckung betrieben werden, wenn der Schuldner weiterhin nicht zahlungsfähig oder zahlungswillig ist.

Wie wird die Zwangsvollstreckung betrieben?

Mögliche Mittel der Zwangsvollstreckung sind zum Beispiel die Pfändung von Arbeitseinkommen oder Kontoguthaben, die Zwangsversteigerung von Grundstücken oder die Pfändung von beweglichen Gegenständen (zum Beispiel Kraftfahrzeugen). Die Zwangsvollstreckung aus einem gerichtlichen Titel (Vollstreckungsbescheid, Urteil) ist übrigens mindestens 30 Jahre lang möglich (§ 197 BGB), solange kein Insolvenzverfahren über den Schuldner eröffnet wird.

Bei Bedarf sprechen Sie mich gerne an.