LG Berlin: Bei Widerruf von Autokredit ist Wertersatz für die gefahrenen Kilometer zu berücksichtigen

Das Landgericht Berlin hat im Zusammenhang mit dem Widerruf eines Autokredits entschieden, dass die finanzierende Bank bei der Rückabwicklung aufgrund des Widerrufs Wertersatz für die tatsächlich gefahrenen Kilometer geltend machen kann.

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Der Kläger hatte bei einem Autohaus einen gebrauchten VW Touran mit einem Kilometerstand von 14.100 für einen Kaufpreis von 22.800 € erworben. Zur Finanzierung schloss er einen Darlehensvertrag mit der beklagten Bank ab. Knapp zwei Jahre später widerrief der Kläger seine auf den Abschuss des Darlehensvertrages gerichtete Willenserklärung gegenüber der Beklagten.

Das LG Berlin entschied, dass der Widerruf wegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung wirksam war. Der Kläger hatte somit einen Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Anzahlung und seiner monatlich gezahlten Raten. Die finanzierende Bank hatte dagegen unter anderem mit Wertersatz für die tatsächlich gefahrenen Kilometer (ca. 40.000) aufgerechnet. Zu Recht, entschied das LG Berlin. Eine solche Nutzung gehe über die bloße Prüfung der Beschaffenheit, der Eigenschaften und Funktionsweise des Wagens hinaus, § 357 Abs. 7 Nr. 1 BGB. Die Beklagte habe den Kläger auch ordnungsgemäß im Sinne des § 357 Abs. 7 Nr. 2 BGB über sein Widerrufsrecht unterrichtet.

Bei der Berechnung des Wertersatzes unterstellte das LG Berlin eine Gesamtlaufleistung in Höhe von 250.000 Kilometern. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Stand 07.12.2017).

(LG Berlin, Urteil vom 05.12.2017, 4 O 150/16)

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