OLG Bremen hält Bearbeitungsentgelt bei Darlehen auch gegenüber Unternehmern für unwirksam

Bereits im Jahr 2014 hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass ein Bearbeitungsentgelt bei Verbraucherdarlehen unzulässig ist (BGH, Urteile vom 13. Mai 2014 – XI ZR 405/12 und XI ZR 170/13). Ob dies allerdings auch gegenüber Unternehmern als Darlehensnehmer gilt, wurde in der Folgezeit kontrovers diskutiert.

Nun entschied jüngst das OLG Bremen, dass formularmäßig vereinbarte Bearbeitungsentgelte bei Darlehen auch im unternehmerischen Verkehr unwirksam sind (OLG Bremen, 17.05.2017, 1 U 70/16).

Solche Bearbeitungsentgelte stellen nach Ansicht des OLG Bremen eine entgegen den Geboten von Treu und Glauben erfolgenden unangemessene Benachteiligung des Darlehensnehmers dar. Die Grundsätze des Bundesgerichtshofs zur Unwirksamkeit solcher Bearbeitungsentgelte seien auch auf Darlehensverträge im unternehmerischen Bereich übertragbar. Das OLG Bremen begründet dies damit, dass der Bundesgerichtshof die Grundsätze zur Unwirksamkeit von Bearbeitungsentgelten im wesentlichen auf die Vorschriften des § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB gestützt hat. Diese Vorschriften enthalten jedoch keine speziellen verbraucherspezifischen Regelungen, sondern gelten im Verkehr gegenüber Verbrauchern gleichermaßen wie im unternehmerischen Verkehr.

Fazit:

Sollte sich die Auffassung des OLG Bremen durchsetzen, können Unternehmer bereits gezahlte Bearbeitungsentgelte von der darlehensgebenden Bank zurückfordern.

Aus den Entscheidungsgründen:

Die Klägerin hat gegen die Beklagte einen Anspruch auf Zahlung von EUR 300.000,- aus ungerechtfertigter Bereicherung nach § 812 Abs. 1 S. 1 Alt. 1 BGB. Die Beklagte hat aufgrund der Abbuchung der EUR 300.000,- vom Konto der Klägerin diesen Betrag durch Leistung der Klägerin erlangt. Diese Leistung ist ohne Rechtsgrund erfolgt, denn die Verpflichtung der Klägerin zur Zahlung einer Bearbei-tungsgebühr in der Kreditvereinbarung kann als Allgemeine Geschäftsbedingung kei-ne Geltung beanspruchen. Die Vereinbarung eines Bearbeitungsentgelts durch All-gemeine Geschäftsbedingungen in einem Darlehensvertrag ist auch im unternehmeri-schen Verkehr nach § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam wegen einer entge-gen den Geboten von Treu und Glauben erfolgenden unangemessenen Benachteili-gung des Darlehensnehmers.

Ob diese vom Bundesgerichtshof in Entscheidungen zu Verbraucherdarlehensver-trägen entwickelten Grundsätze auf Darlehen im unternehmerischen Bereich übertra-gen werden können, ist bisher noch nicht Gegenstand einer höchstrichterlichen Ent-scheidung gewesen und wird in der Rechtsprechung der Instanzgerichte sowie in der Literatur unterschiedlich beurteilt.

(1) In Entscheidungen mehrerer Oberlandesgerichte ist verneint worden, dass die vorgenannten Grundsätze auch auf Darlehen im unternehmerischen Bereich übertra-gen werden könnten; die Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten durch Allgemeine Geschäftsbedingungen gegenüber Unternehmern als Darlehensnehmern ist dort als zulässig angesehen worden (vgl. KG Berlin, Urteil vom 06.04.2017 – 8 U 114/16, juris Rn. 14; OLG Dresden, Urteil vom 03.08.2016 – 5 U 138/16, juris Rn. 31, WM 2016, 1980; OLG Frankfurt, Beschluss vom 11.06.2014 – 23 W 27/14, juris Rn. 12; Urteil vom 12.10.2016 – 17 U 165/15, juris Rn. 60, WM 2017, 129; Hans. OLG Hamburg, Urteil vom 27.04.2016 – 13 U 134/15, juris Rn. 29; OLG Köln, Urteil vom 13.07.2016 – 13 U 140/15, juris Rn. 23, WM 2016, 1985; OLG München, Beschluss vom 13.10.2014 – 27 U 1088/14, juris Rn. 5; OLG Nürnberg, Urteil vom 04.04.2017 – 14 U 612/15, juris Rn. 61 (für Bauträgerfinanzierungen)).
(2) In anderen oberlandesgerichtlichen Entscheidungen ist demgegenüber die Über-tragbarkeit der vorgenannten Grundsätze auch auf Darlehen im unternehmerischen Bereich bejaht und die Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten durch Allgemeine Geschäftsbedingungen gegenüber Unternehmern als Darlehensnehmern als unwirk-sam angesehen worden (vgl. OLG Celle, Urteil vom 02.12.2015 – 3 U 113/15, juris Rn. 41; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.07.2016 – 7 U 109/15, juris Rn. 19, WM 2016, 1983; OLG Frankfurt, Urteil vom 25.02.2016 – 3 U 110/15, juris Rn. 20, NJW 2016, 2343; Urteil vom 13.04.2016 – 19 U 110/15, juris Rn. 19, ZIP 2016, 2057; OLG Nürn-berg, Urteil vom 04.04.2017 – 14 U 612/15, juris Rn. 65 (soweit nicht Bauträgerfinan-zierungen betroffen sind)).
(3) Auch in den veröffentlichen landgerichtlichen Entscheidungen ist die Frage umstrit-ten, wobei hier eine deutlich überwiegende Zahl von Landgerichten die Zulässigkeit der Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten durch Allgemeine Geschäftsbedingun-gen gegenüber Unternehmern als Darlehensnehmern bejaht hat (vgl. LG Augsburg, Urteil vom 16.12.2014 – 31 O 3164/14, juris Rn. 27 f., BKR 2015, 205; LG Braun-schweig, Beschluss vom 30.09.2015 – 8 S 341/15, juris Rn. 12 ff., BKR 2016, 77; LG Cottbus, Urteil vom 18.06.2015 – 2 O 27/15, juris Rn. 28 f.; LG Frankfurt (Main), Urteil vom 03.06.2015 – 2-19 O 285/14, juris Rn. 15, WM 2015, 1714; Urteil vom 31.07.2015 – 2-25 O 52/15, juris Rn. 34, WM 2015, 2044; Urteil vom 07.08.2015 – 2-18 O 435/14, juris Rn. 30 f., WM 2015, 1993; Urteil vom 18.08.2015 – 2-07 O 391/14, juris Rn. 28; Urteil vom 16.09.2015 – 19 O 41/15, juris Rn. 19, ZIP 2015, 2314; Urteil vom 25.11.2015 – 3-13 O 98/15, juris Rn. 30 ff.; LG Frankfurt (Oder), Urteil vom 08.12.2015 – 19 O 22/15, juris Rn. 66; LG Hamburg, Urteil vom 20.08.2015 – 413 HKO 109/14, juris Rn. 23, GWR 2015, 524; Urteil vom 21.08.2015 – 328 O 520/14, juris Rn. 42 ff., BKR 2016, 106; Urteil vom 26.02.2016 – 412 HKO 44/15, juris Rn. 20; LG Itzehoe, Urteil vom 08.12.2015 – 7 O 37/15, juris Rn. 24, NJW-RR 2016, 495; LG Kleve, Urteil vom 18.08.2015 – 4 O 13/15, juris Rn. 16, NJW 2016, 258; LG Krefeld, Urteil vom 09.12.2016 – 1 S 47/16, juris Rn. 18; LG Leipzig, Urteil vom 16.07.2015 – 7 O 3450/14, juris Rn. 37; LG München I, Urteil vom 22.08.2014 – 22 O 21794/13, juris Rn. 33, ZIP 2015, 967; LG Neubrandenburg, Urteil vom 30.06.2015 – 4 O 55/15, juris Rn. 45; LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 18.03.2015 – 10 O 4325/13, juris Rn. 34; Urteil vom 05.10.2015 – 6 O 2114/15, juris Rn. 28; LG Passau, Urteil vom 08.10.2015 – 1 O 197/15, juris Rn. 18, NJW-RR 2016, 304; LG Ravensburg, Urteil vom 14.04.2016 – 2 O 218/15, juris Rn. 29; LG Saarbrücken, Urteil vom 29.05.2015 – 1 O 334/14, juris Rn. 29 f.; LG Stuttgart, Urteil vom 15.06.2016 – 4 S 194/15, juris Rn. 16; LG Wiesba-den, Urteil vom 12.06.2015 – 2 O 298/14, juris Rn. 26). Demgegenüber hat nur eine kleinere Zahl von Landgerichten die Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten durch Allgemeine Geschäftsbedingungen gegenüber Unternehmern als Darlehensnehmern als unwirksam angesehen (vgl. LG Duisburg, Urteil vom 15.04.2016 – 7 S 111/15, juris Rn. 17, MDR 2016, 1322; LG Düsseldorf, Urteil vom 18.12.2015 – 10 O 517/14, juris Rn. 39; LG Essen, Urteil vom 19.03.2015 – 6 O 411/14, juris Rn. 68; LG Frankfurt (Main), Urteil vom 07.05.2015 – 2-05 O 482/14, BeckRS 2016, 11369; LG Magdeburg, Urteil vom 13.08.2015 – 11 O 1887/14, juris Rn. 35 ff., BKR 2016, 159; LG Neuruppin, Urteil vom 24.09.2015 – 5 O 66/15, juris Rn. 28; LG Wiesbaden, Urteil vom 07.07.2016 – 9 S 28/15, juris Rn. 25).
(4) Auch in der rechtswissenschaftlichen Literatur zeigt sich kein einhelliges Bild. Seit der grundlegenden Diskussion dieser Frage bei Nobbe (WM 2008, 185 (insbesondere S. 193)) finden sich sowohl die Übertragbarkeit auf den unternehmerischen Verkehr bejahende Stimmen (aus der jüngeren Literatur siehe Becker/Dreyer, ZIP 2014, 2057 (insbesondere S. 2058); Feldhusen, WM 2015, 1397 (insbesondere S. 1405); Hofau-er, BKR 2015, 397; von Westphalen, NJW 2015, 2223; Bamberger/Roth-H. Schmidt, 2016, § 307 BGB Rn. 90; Lammeyer/Singbartl, GWR 2016, 482) wie auch dies ableh-nende Meinungen (aus der jüngeren Literatur siehe van Bevern/Schmitt, BKR 2015, 323; Casper/Möllers, WM 2015, 1689; Hanke/Adler, WM 2015, 1313; Herweg/Fürtjes, ZIP 2015, 1261; Kropf/Habl, BKR 2015, 316; Koch, WM 2016, 717; Weber, BKR 2017, 106). Für einen Überblick über die ältere Literatur siehe die Nachweise in der Entscheidung des Bundesgerichtshofs, Urteil vom 13.05.2014 – XI ZR 170/13, juris Rn. 28 ff., WM 2014, 1325.

cc. Der Senat bejaht entgegen der Auffassung des Landgerichts die Übertragbarkeit der vorgenannten Grundsätze aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Unwirksamkeit der Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten durch Allgemeine Ge-schäftsbedingungen auch auf Darlehensverträge im unternehmerischen Bereich.
(1) Maßgeblich spricht hierfür, dass der Bundesgerichtshof die vorgenannten Grund-sätze zur Unwirksamkeit der Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten durch Allge-meine Geschäftsbedingungen im Lichte des § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB auf eine Unvereinbarkeit mit den wesentlichen Grundgedanken solcher gesetzlichen Regelun-gen gestützt hat, die nicht verbraucherspezifische Bestimmungen enthalten, sondern im Verbrauchergeschäft wie im unternehmerischen Verkehr gleichermaßen gelten (vgl. so auch OLG Celle, Urteil vom 02.12.2015 – 3 U 113/15, juris Rn. 46; OLG Frankfurt, Urteil vom 25.02.2016 – 3 U 110/15, juris Rn. 25, NJW 2016, 2343; Urteil vom 13.04.2016 – 19 U 110/15, juris Rn. 26, ZIP 2016, 2057; OLG Nürnberg, Urteil vom 04.04.2017 – 14 U 612/15, juris Rn. 65). Dies gilt sowohl für den Grundsatz der Bepreisung von Darlehen durch den Zins als laufzeitabhängiges Entgelt nach § 488 Abs. 1 S. 2 BGB wie auch für das allgemeine Prinzip, dass für die Erbringung von Tätigkeiten, zu denen eine Vertragspartei gesetzlich oder nebenvertraglich verpflichtet ist oder die sie überwiegend im eigenen Interesse erbringt, ein Entgelt von der ande-ren Partei grundsätzlich nicht zu zahlen ist. Eine von diesen Grundsätzen abweichen-de Vereinbarung eines Bearbeitungsentgelts als Allgemeine Geschäftsbedingung weicht damit im unternehmerischen Verkehr ebenso wie im Verbrauchergeschäft im Sinne des § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB von den wesentlichen Grundgedanken der gesetz-lichen Regelung ab.
(2) Durch das Abweichen von wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Rege-lung ist auch in Bezug auf Darlehensverträge mit Unternehmern nach § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB im Zweifel das Vorliegen einer unangemessenen Benachteiligung anzu-nehmen. Auch in Bezug auf Darlehensverträge mit Unternehmern sind keine Gründe festzustellen, aufgrund derer diese indizielle Wirkung des § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB in der Gesamtschau aller Umstände widerlegt würde (vgl. so auch OLG Celle, Urteil vom 02.12.2015 – 3 U 113/15, juris Rn. 47; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.07.2016 – 7 U 109/15, juris Rn. 24, WM 2016, 1983; OLG Frankfurt, Urteil vom 25.02.2016 – 3 U 110/15, juris Rn. 21, NJW 2016, 2343; Urteil vom 13.04.2016 – 19 U 110/15, juris Rn. 27, ZIP 2016, 2057; anders dagegen die oben unter 2.d.bb.(2) zitierte Rechtspre-chung). (a) Bereits prima facie wirkt sich das Abweichen von wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung dahingehend als eine unangemessene Benachteiligung auch von Unternehmern als Darlehensnehmern aus, dass durch die Klausel zur Bear-beitungsgebühr einseitig das Interesse der Bank an zusätzlichen Einnahmen durch eine anderweitig nicht bestehende Zahlungsverpflichtung berücksichtigt wird (vgl. so auch OLG Celle, Urteil vom 02.12.2015 – 3 U 113/15, juris Rn. 57). Im vorliegenden Fall ist diese Zahlungsverpflichtung auch betragsmäßig sehr erheblich: Die Bearbei-tungsgebühr beträgt in Prozent berechnet 3 % der Gesamtdarlehenssumme, während im Zins als dem eigentlichen Entgelt für die Darlehensüberlassung eine Marge von lediglich 2,75 % p.a. eingeschlossen ist, wobei dieser Zins für eine Periode von längs-tens knapp einem Jahr geschuldet sein sollte (vom Darlehensabschluss aufgrund des Schreibens vom 04.09.2013 bis zum Ablauf des „bis auf weiteres, längstens jedoch bis zum 31.08.2014“ geschlossenen Vertrags).
(b) Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass ein laufzeitunabhängiges Entgelt gegen-über Unternehmern ebenso wie gegenüber Verbrauchern als Darlehensnehmern dadurch zu einer Benachteiligung führt, dass ein solches laufzeitunabhängiges Entgelt auch bei einer vorzeitigen Darlehensrückführung nicht zurückgefordert werden kann. Damit steht der Darlehensnehmer im Fall der Vereinbarung eines Bearbeitungsent-gelts insbesondere bei einem Darlehen ohne feste Laufzeit schlechter auch als in sol-chen Fällen, in denen der Darlehensgeber statt der Vereinbarung eines Bearbei-tungsentgelts einen höheren Zinssatz verlangt, gegebenenfalls auch ein Disagio: Während das Bearbeitungsentgelt bei einer verkürzten Darlehenslaufzeit vollständig zu zahlen bleibt, kann beim Disagio das insgesamt zu zahlende Entgelt weiterhin von der Laufzeit des Darlehens abhängig bleiben und das anfangs vom Darlehensgeber einbehaltene Disagio kann teilweise zu erstatten sein (vgl. BGH, Urteil vom 29.05.1990 – XI ZR 231/89, juris Rn. 19, BGHZ 111, 287). Die Vereinbarung eines Disagios als zinsähnliches Teil-Entgelt wäre dann einer Inhaltskontrolle entzogen, wenn es in dieser Weise einen integralen Bestandteil der laufzeitabhängigen Zinskal-kulation darstellt (vgl. BGH, Urteil vom 16.02.2016 – XI ZR 454/14, juris Rn. 30, BGHZ 209, 71; Urteil vom 16.02.2016 – XI ZR 63/15, juris Rn. 27).
(c) Nach der Rechtsprechung mehrerer Oberlandesgerichte soll eine unangemessene Benachteiligung von Unternehmern als Darlehensnehmern trotz des Abweichens ei-nes darlehensvertraglichen Bearbeitungsentgelts von wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung deswegen zu verneinen sein, weil Unternehmer insbeson-dere aufgrund ihrer größeren Geschäftserfahrung weniger Schutz benötigten als Verbraucher (vgl. so OLG Dresden, Urteil vom 03.08.2016 – 5 U 138/16, juris Rn. 36, WM 2016, 1980; OLG Frankfurt, Urteil vom 12.10.2016 – 17 U 165/15, juris Rn. 61, WM 2017, 129; siehe auch KG Berlin, Urteil vom 06.04.2017 – 8 U 114/16, juris Rn. 38). Von unternehmerischen Darlehensnehmern könne erwartet werden, dass sie die auf sie zukommenden Kosten sorgfältig kalkulieren und sich gegebenenfalls an einen anderen Darlehensgeber wendeten (vgl. KG Berlin, a.a.O., juris Rn. 40; OLG Dres-den, a.a.O., juris Rn. 36 f.).
Dieser Argumentation ist zuzugeben, dass nach der Rechtsprechung des Bundesge-richtshofs in der Tat bei der Inhaltskontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen den Besonderheiten des kaufmännischen Verkehrs angemessen Rechnung zu tragen ist (vgl. BGH, Urteil vom 27.09.1984 – X ZR 12/84, juris Rn. 24, BGHZ 92, 200; Urteil vom 14.05.2014 – VIII ZR 114/13, juris Rn. 43, BGHZ 201, 230). Die Erwägung des Gesetzgebers, dass der kaufmännische Rechtsverkehr wegen der dort herrschenden Handelsbräuche, Usancen, Verkehrssitten und wegen der zumeist größeren rechts-geschäftlichen Erfahrung der Beteiligten auf eine stärkere Elastizität der für ihn maß-geblichen vertragsrechtlichen Normen angewiesen ist als der Letztverbraucher (so BT-Drucks. 7/3919, S. 14; vgl. auch BT-Drucks. 14/6857, S. 54), hat Anerkennung auch durch den Bundesgerichtshof erfahren (vgl. BGH, Urteil vom 14.05.2014 – VIII ZR 114/13, juris Rn. 43, BGHZ 201, 230). Im Hinblick darauf, dass im Handelsverkehr Preisklauseln in verschiedenster Ausgestaltung weit verbreitet sind, hat daher der Bundesgerichtshof in seiner Rechtsprechung deren Wirksamkeit im kaufmännischen Geschäftsverkehr nicht denselben strengen Maßstäben unterworfen wie gegenüber Verbrauchern (vgl. BGH, a.a.O., juris Rn. 44).
Festzustellen ist aber, dass der Bundesgerichtshof ungeachtet der vorgenannten Er-wägungen gerade nicht generell von einer situationsunabhängigen geringeren Schutzwürdigkeit von Unternehmern ausgeht, sondern darauf abstellt, ob im Hinblick auf den Gegenstand der konkreten Klausel eine solche geringere Schutzwürdigkeit angenommen werden kann (siehe bspw. BGH, Urteil vom 06.04.2005 – XII ZR 308/02, juris Rn. 30, BGHZ 201, 230 für den Bereich mietrechtlicher Formularklau-seln). Daraus kann sich im Einzelfall auch eine höhere Schutzwürdigkeit des Unter-nehmers ergeben, wenn er durch eine bestimmte Klausel stärker betroffen wird als ein Verbraucher (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2015 – XI ZR 434/14, juris Rn. 41, BGHZ 206, 305). Danach dürfte jedenfalls im Hinblick auf die Möglichkeit der Kostenkalkula-tion in Bezug auf darlehensvertragsrechtliche Bearbeitungsentgelte entgegen der eben zitierten Rechtsprechung eine relevante Unterscheidung zwischen Unterneh-mern und Verbrauchern kaum festzustellen sein. Beide könnten das im Vertrag aus-gewiesene Entgelt in ihre eigene Kalkulation einstellen, wobei zudem gegenüber Ver-brauchern ein Bearbeitungsentgelt wie andere Kreditkosten in der Angabe des effekti-ven Jahreszinses nach der PAngV zu berücksichtigen wäre (vgl. BGH, Urteil vom 13.05.2014 – XI ZR 405/12, juris Rn. 36, BGHZ 201, 168).
Überdies wird der Übertragbarkeit der Grundsätze der Rechtsprechung zur Unwirk-samkeit von Bearbeitungsentgelten in Verbraucherdarlehensverträgen auf den unter-nehmerischen Bereich auch nicht generell das Argument einer überlegenen Ge-schäftserfahrenheit von Unternehmern entgegengehalten werden können, wenn be-rücksichtigt wird, dass dies dann auch für Einzelkaufleute und Kleingewerbe gelten würde (so auch OLG Celle, Urteil vom 02.12.2015 – 3 U 113/15, juris Rn. 51; OLG Nürnberg, Urteil vom 04.04.2017 – 14 U 612/15, juris Rn. 65). Auch eine Unterschei-dung je nach individuellem Erfahrungsgrad dürfte den Erfordernissen der Rechtssi-cherheit bei der Verwendung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht gerecht werden.
Wenig überzeugend erscheint es auch, für Unternehmer ohne weiteres davon auszu-gehen, dass diese sich auch an alternative Darlehensgeber wenden könnten: Dieser Annahme steht eine vielfach restriktive Kreditvergabepraxis der Banken entgegen, die im Ergebnis das benachteiligende Kräfteungleichgewicht zwischen dem Darlehensge-ber als AGB-Verwender und dem Darlehensnehmer bei unternehmerischen Darlehen hinsichtlich der hier relevanten Frage des Bearbeitungsentgelts kaum minder schwer-wiegend erscheinen lassen kann als bei Verbraucherdarlehen (vgl. auch OLG Düs-seldorf, Urteil vom 15.07.2016 – 7 U 109/15, juris Rn. 30, WM 2016, 1983; OLG Frankfurt, Urteil vom 13.04.2016 – 19 U 110/15, juris Rn. 28, ZIP 2016, 2057; OLG Nürnberg, Urteil vom 04.04.2017 – 14 U 612/15, juris Rn. 65).
Vor allem aber ist dem Argument der im Vergleich zu Verbrauchern geringeren Schutzwürdigkeit von Unternehmern entgegenzuhalten, dass die Unwirksamkeit von Klauseln zu Bearbeitungsentgelten vom Bundesgerichtshof nicht auf Gesichtspunkte des besonderen Schutzbedarfs der schwächeren Vertragspartei gestützt wird, son-dern, wie oben dargelegt wurde, mit der Unvereinbarkeit mit wesentlichen Grundge-danken der gesetzlichen Regelung begründet wurde. Auf die individuelle Schutzbe-dürftigkeit des Vertragspartners des Verwenders kommt es daher nicht an, sondern darauf, dass diese wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung einer Disposition aufgrund der Verwendung Allgemeiner Geschäftsbedingungen entzogen sind (vgl. auch OLG Düsseldorf, a.a.O.; OLG Frankfurt, Urteil vom 25.02.2016 – 3 U 110/15, juris Rn. 25, NJW 2016, 2343; OLG Nürnberg, a.a.O.).
(d) Teilweise wird vertreten, dass bei Unternehmern als Darlehensnehmern die durch die Unvereinbarkeit mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung indi-zierte unangemessene Benachteiligung durch die Verwendung von Klauseln zu darle-hensvertragsrechtlichen Bearbeitungsentgelten dadurch widerlegt würde, dass in steuerlicher Hinsicht Unternehmer einen Vorteil aus dem einmaligen Anfallen von Be-arbeitungsentgelten bei Vertragsbeginn ziehen können (vgl. KG Berlin, Urteil vom 06.04.2017 – 8 U 114/16, juris Rn. 42; OLG Frankfurt, Urteil vom 12.10.2016 – 17 U 165/15, juris Rn. 66, WM 2017, 129; Hans. OLG Hamburg, Urteil vom 27.04.2016 – 13 U 134/15, juris Rn. 38; LG Itzehoe, Urteil vom 08.12.2015 – 7 O 37/15, juris Rn. 28, NJW-RR 2016, 495). Dies überzeugt allerdings nicht. Zum einen ist zu be-rücksichtigen, dass ein Vorteil aus dem einmaligen Anfallen von Bearbeitungsentgel-ten im Vergleich zu laufenden Zinsen insbesondere dann zu erwarten ist, wenn gera-de für das betreffende Geschäftsjahr ein besonderes Interesse an der steuerrelevan-ten Senkung des Gewinns besteht (vgl. Hans. OLG Hamburg, a.a.O., juris Rn. 41), was aber nicht ohne weiteres generell angenommen werden kann, auch nicht bei ei-ner wie im vorliegenden Fall auf längstens knapp ein Jahr bemessenen Laufzeit des Darlehens. Zum anderen wäre auch ein Disagio, das die laufzeitabhängige Verzin-sung unberührt ließe, ebenfalls bei Vertragsbeginn steuerlich geltend zu machen (vgl. BFH, Urteil vom 08.03.2016 – IX R 38/14, juris Rn. 11, BFHE 253, 232, BStBl II 2016, 646; Hans. OLG Hamburg, a.a.O., juris Rn. 38). Vor allem aber kann im Verhältnis der Parteien des Darlehensvertrags eine Benachteiligung nicht dadurch beseitigt werden, dass der Darlehensnehmer sie teilweise auf Dritte abwälzen kann (vgl. OLG Düssel-dorf, Urteil vom 15.07.2016 – 7 U 109/15, juris Rn. 32, WM 2016, 1983).
(e) Dieses Argument steht auch der Überzeugungskraft des Gedankens entgegen, dass Bearbeitungsentgelte deswegen nicht zu einer Benachteiligung von unternehme-rischen Darlehensnehmern führen würden, weil diese anders als Verbraucher auf-grund ihrer wirtschaftlichen Betätigung ihre Kosten besser amortisieren könnten (so aber LG Augsburg, Urteil vom 16.12.2014 – 31 O 3164/14, juris Rn. 28, BKR 2015, 205; vgl. auch Herweg/Fürtjes, ZIP 2015, 1261 (dort S. 1267); zweifelnd dagegen KG Berlin, Urteil vom 06.04.2017 – 8 U 114/16, juris Rn. 39): Auch hier kann die Möglich-keit der Weiterleitung der Kosten an am Darlehensvertrag nicht beteiligte Dritte die unangemessene Benachteiligung im Verhältnis der Parteien des Darlehensvertrags nicht entfallen lassen. Zudem kann keineswegs ohne weiteres unterstellt werden, dass einem Unternehmer diese Re-Amortisation seiner Kosten gelingt: Insoweit be-steht hinsichtlich der Frage der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Rückführung des Darlehens aus Sicht des Darlehensnehmers mithin kein grundsätzlicher Unterschied zur Situation eines Verbraucherdarlehens, in der der Verbraucher kalkulieren muss, ob und wie er die Kosten des Darlehens mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bestreiten kann.
(f) Aus den oben bereits diskutierten Gründen führt auch die Einbindung der Darle-hensgeberin im Bauträgerfinanzierungsgeschäft in Fragen der Kostenkontrolle nicht dazu, dass die Vereinbarung eines Bearbeitungsentgelts nicht als unangemessene Benachteiligung des Darlehensnehmers anzusehen wäre (so aber OLG Frankfurt, Urteil vom 12.10.2016 – 17 U 165/15, juris Rn. 67, WM 2017, 129; OLG Köln, Urteil vom 13.07.2016 – 13 U 140/15, juris Rn. 24, WM 2016, 1985): Wie oben dargelegt wurde, handelt es sich hierbei um Tätigkeiten, die der Darlehensgeber im eigenen Interesse vornimmt. Daher ist der Ersatz des Aufwandes eines Darlehensgebers im Bauträgerfinanzierungsgeschäft zu Fragen der Kostenkontrolle auch nicht mit der Si-tuation der Vereinbarung eines Bearbeitungsentgelts in den Allgemeinen Geschäfts-bedingungen für einen Förderdarlehensvertrag vergleichbar, wo der Darlehensgeber mit der Überprüfung vorgegebener Förderbedingungen nicht unmittelbar eigenwirt-schaftliche Zwecke verfolgt (vgl. BGH, Urteil vom 16.02.2016 – XI ZR 454/14, juris Rn. 46, BGHZ 209, 71; Urteil vom 16.02.2016 – XI ZR 63/15, juris Rn. 36; Urteil vom 05.07.2016 – XI ZR 101/16, juris Rn. 25, BKR 2016, 470; Urteil vom 05.07.2016 – XI ZR 350/15, juris Rn. 26). (g) Es kann auch nicht festgestellt werden, dass aufgrund einer weiten Verbreitung der Verwendung von Klauseln zu Bearbeitungsentgelten in Darlehensverträgen mit Unternehmern anzunehmen wäre, dass die sich aus § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB erge-bende Vermutung einer unangemessenen Benachteiligung widerlegt wäre (so auch OLG Celle, Urteil vom 02.12.2015 – 3 U 113/15, juris Rn. 53; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.07.2016 – 7 U 109/15, juris Rn. 29, WM 2016, 1983; OLG Frankfurt, Urteil vom 25.02.2016 – 3 U 110/15, juris Rn. 26, NJW 2016, 2343; Urteil vom 13.04.2016 – 19 U 110/15, juris Rn. 30, ZIP 2016, 2057; LG Neuruppin, Urteil vom 24.09.2015 – 5 O 66/15, juris Rn. 34; LG Wiesbaden, Urteil vom 07.07.2016 – 9 S 28/15, juris Rn. 29; anders dagegen OLG Frankfurt, Urteil vom 12.10.2016 – 17 U 165/15, juris Rn. 62, WM 2017, 129; LG Braunschweig, Beschluss vom 30.09.2015 – 8 S 341/15, juris Rn. 17, BKR 2016, 77; LG Frankfurt (Main), Urteil vom 16.09.2015 – 19 O 41/15, juris Rn. 26, ZIP 2015, 2314; LG Neubrandenburg, Urteil vom 30.06.2015 – 4 O 55/15, juris Rn. 52; LG Wiesbaden, Urteil vom 12.06.2015 – 2 O 298/14, juris Rn. 28; offen-gelassen bei OLG Dresden, Urteil vom 03.08.2016 – 5 U 138/16, juris Rn. 38, WM 2016, 1980). Zwar bestimmt § 310 Abs. 1 S. 2 Halbs. 2 BGB, dass bei der Anwen-dung der §§ 307 Abs. 1, Abs. 2 BGB auf Allgemeine Geschäftsbedingungen, die ge-genüber einem Unternehmer verwendet werden, auf die im Handelsverkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuche angemessen Rücksicht zu nehmen ist. Ein solcher Handelsbrauch setzt voraus, dass sich eine im Verkehr der Kaufleute untereinander verpflichtende Regel herausgebildet hat, die auf einer gleichmäßigen, einheitlichen und freiwilligen tatsächlichen Übung beruht, die sich innerhalb eines angemessenen Zeitraums für vergleichbare Geschäftsvorfälle gebildet hat und der eine einheitliche Auffassung der Beteiligten zugrunde liegt (vgl. BGH, Urteil vom 25.11.1993 – VII ZR 17/93, juris Rn. 10, NJW 1994, 659; Münchener Kommentar/Basedow, 7. Aufl., § 310 BGB Rn. 11). Vorliegend ist schon das von der Beklagten behauptete Bestehen eines entsprechenden Handelsbrauches im Sinne der Herausbildung einer solchen auf ei-ner gleichmäßigen, einheitlichen und freiwilligen tatsächlichen Übung beruhenden Regel jedenfalls im Urkundenprozess nicht festzustellen; die von der Beklagten ange-botene Einholung eines Sachverständigengutachtens käme allenfalls im Nachverfah-ren in Betracht. Ohnehin muss bezweifelt werden, dass selbst bei Feststellung einer weiten Verbreitung von Kreditbearbeitungsentgeltsklauseln im Handelsverkehr eine solche Praxis im Rahmen der §§ 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 310 Abs. 1 S. 2 Halbs. 2 BGB dahingehend zu berücksichtigen wäre, dass eine solche mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung unvereinbare Allgemeine Geschäftsbe-dingung nunmehr nicht mehr als unangemessene Benachteiligung des Darlehens-nehmers anzusehen wäre. Jedenfalls dann, wenn insoweit lediglich von einer breiten, gegenüber Verbrauchern wie auch Unternehmern als Darlehensnehmern gleicherma-ßen erfolgenden Verwendung derartiger Kreditbearbeitungsentgeltsklauseln auszuge-hen ist, läge jedenfalls kein spezifischer Handelsbrauch vor (so auch LG Neuruppin, Urteil vom 24.09.2015 – 5 O 66/15, juris Rn. 34). Es wäre eher von einer Verbrau-chern wie Unternehmern gegenüber gleichermaßen unzulässigen Klauselverwen-dungspraxis auszugehen, bei der das Unterscheidungsmerkmal lediglich darin be-steht, dass ihr durch die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs bisher erst für den Verbraucherbereich ein Ende bereitet wurde. Richtigerweise dürfte aber überdies selbst bei Feststellung des Vorliegens eines Handelsbrauches allenfalls die indizielle Wirkung des § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB als widerlegt anzusehen sein (so auch – in Bezug auf die indizielle Wirkung der speziellen Klauselverbote nach den §§ 308, 309 BGB im unternehmerischen Verkehr – Münchener Kommentar/Basedow, 7. Aufl., § 310 BGB Rn. 11; zurückhaltender Staudinger/Schlosser, 2013, § 310 BGB Rn. 13). Wie sich aus der obigen Argumentation ergibt, ist aber auch ohne die indizielle Wir-kung des § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB die unangemessene Benachteiligung des Darlehensnehmers durch eine laufzeitunabhängige Entgeltklausel festzustellen. Ein seinerseits gegen die Grundsätze von Treu und Glauben verstoßender Handels-brauch ist im Rahmen der §§ 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 310 Abs. 1 S. 2 Halbs. 2 BGB nicht zu berücksichtigen (vgl. BGH, Urteil vom 17.01.1989 – XI ZR 54/88, juris Rn. 28, BGHZ 106, 267; OLG Frankfurt, Urteil vom 25.02.2016 – 3 U 110/15, juris Rn. 26, NJW 2016, 2343; Fuchs, in: Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 12. Aufl., § 307 BGB Rn. 376).
(h) Schließlich überzeugt auch das Argument nicht, dass gerade der Umstand einer fehlenden Vereinbarung einer festen Laufzeit – das vorliegende Darlehen lässt wahl-weise die Inanspruchnahme in laufender Rechnung oder als Festkredit zu und wurde „bis auf weiteres, längstens jedoch bis zum 31.08.2014“ geschlossen – dazu führen müsste, dass die Vereinbarung einer Klausel zu einem Bearbeitungsentgelt gegen-über unternehmerischen Darlehensnehmern nicht als unangemessene Benachteili-gung anzusehen wäre. Teilweise wird vertreten, dass bei einer fehlenden festen Lauf-zeit des Darlehens der Darlehensgeber nicht sinnvoll seinen eigenen Aufwand bei der Prüfung der Bonität des Darlehensnehmers statt durch Geltendmachung eines Bear-beitungsentgelts in den Zins als laufzeitabhängiges Entgelt einpreisen könne, da eben unklar sei, über welchen Zeitraum dieser Zins geschuldet wird (vgl. LG Braunschweig, Beschluss vom 30.09.2015 – 8 S 341/15, juris Rn. 24, BKR 2016, 77; LG Frankfurt (Main), Urteil vom 25.11.2015 – 3-13 O 98/15, juris Rn. 50; LG Hamburg, Urteil vom 21.08.2015 – 328 O 520/14, juris Rn. 49; LG Stuttgart, Urteil vom 15.06.2016 – 4 S 194/15, juris Rn. 45). Der Darlehensgeber müsste, um insoweit sicher zu gehen, ei-nen überhöhten Zins verlangen, wenn er auch bei einer nur kurzen Inanspruchnahme des Darlehens seine Kosten decken wolle (vgl. LG Hamburg, a.a.O.). Ähnlich wird spezifisch in Bezug auf die Verwendung von Bestimmungen zu Bearbeitungsentgelten im Rahmen von Bauträgerfinanzierungen vertreten, dass wegen einer dieser Art von Darlehensverträgen eigenen mangelnden Kalkulierbarkeit der Dauer und des Um-fangs der Darlehensinanspruchnahme der Darlehensgeber seine eigenen Kosten nicht sinnvoll in das laufzeitabhängige Entgelt einpreisen und nur über ein gesondert ausgewiesenes Entgelt abdecken könne (so OLG Nürnberg, Urteil vom 04.04.2017 – 14 U 612/15, juris Rn. 66). Dieser Argumentation ist entgegenzuhalten, dass die Un-gewissheit der Dauer der Inanspruchnahme jedem nicht für einen festen Zeitraum geschlossenen Darlehensvertrag zu eigen ist. Dennoch sieht § 488 Abs. 1 S. 2 BGB mit der Festlegung des laufzeitabhängigen Entgelts als wesentlichen Grundgedanken des Darlehensvertragsrechts gerade keine Unterscheidung zwischen Darlehen mit und ohne feste Laufzeit vor. Dass für den Verzicht auf die Vereinbarung einer festen Laufzeit ein besonderes Entgelt zu schulden wäre, ist der gesetzlichen Regelung nicht zu entnehmen. Die Konstellation unterscheidet sich auch von der vom Bundesge-richtshof für zulässig erachteten Risikoprämie (vgl. BGH, Urteil vom 16.02.2016 – XI ZR 454/14, juris Rn. 25 f., BGHZ 209, 71; Urteil vom 16.02.2016 – XI ZR 63/15, juris Rn. 23 f.), bei der ein klauselmäßiger Abzug vom Darlehensnennbetrag in Höhe von 2 % als ein der Inhaltskontrolle entzogenes Entgelt für eine zusätzlich angebotene Sonderleistung angesehen wurde, wenn dem Darlehensnehmer hierfür ein ihm an-sonsten nicht zustehendes Recht zur außerplanmäßigen Tilgung während der Zins-festschreibungsperiode ohne Entrichtung einer Vorfälligkeitsentschädigung einge-räumt wird. Um eine solche Einräumung einer vom Gesetz nicht vorgesehenen Mög-lichkeit handelt es sich bei der vorliegenden Vereinbarung eines Darlehens ohne feste Laufzeit gerade nicht (dies verkennt LG Ravensburg, Urteil vom 14.04.2016 – 2 O 218/15, juris Rn. 33), bei der letztlich nur zwischen zwei vom Gesetz vorausgesetzten (vgl. ausdrücklich § 488 Abs. 3 BGB) Gestaltungsmöglichkeiten ausgewählt wird (Dar-lehen mit oder ohne Vereinbarung einer festen Laufzeit). Zudem kann bei einem zu einem variablem Zinssatz geschlossenen Darlehen, wie im vorliegenden Fall, das Recht des Darlehensnehmers zur Kündigung und damit zur Rückführung der Darle-henssumme nach § 489 Abs. 4 S. 1 BGB ohnehin nicht durch Vertrag ausgeschlos-sen oder erschwert werden: Auch unter diesem Gesichtspunkt erscheint das Fehlen einer festen Laufzeit für das vorliegende Darlehen nicht als ein besonderer Vorteil für den Darlehensnehmer, der gesondert einzukaufen wäre oder aber zumindest eine korrespondierende Vereinbarung eines laufzeitunabhängigen Bearbeitungsentgelts nicht länger als unangemessene Benachteiligung des Darlehensnehmers erscheinen ließe. Darlehensgeber sind damit nach der gesetzlichen Regelung auch für Darlehen ohne feste Laufzeit darauf verwiesen, sich die aus der fehlenden festen Laufzeit fol-gende Flexibilität für den Darlehensnehmer mit entsprechend erhöhten Zinsen bezah-len zu lassen (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.07.2016 – 7 U 109/15, juris Rn. 27, WM 2016, 1983). Einem besonderen Interesse des Darlehensgebers an einer lauf-zeitunabhängigen Vergütung seines Aufwandes bei der Prüfung des Darlehensan-trags wäre statt durch Allgemeine Geschäftsbedingungen im Wege einer Individualab-rede Rechnung zu tragen. Als Form der Vertragsgestaltung waren Banken dies jeden-falls als Mittel der Vorsicht seit der Diskussion dieser Frage in der Literatur ab dem Jahr 2008 in Betracht zu ziehen veranlasst (für diese Vorsichtsmaßnahme dürfte auch schon ein geringeres Maß an Zweifeln an der Aufrechterhaltung der früheren Recht-sprechung zu Bearbeitungsentgelten Veranlassung gegeben haben, als dies für den Beginn der Verjährung des Rückforderungsanspruchs angenommen wurde in BGH, Urteil vom 28.10.2014 – XI ZR 348/13, juris Rn. 44 f., BGHZ 203, 115; Urteil vom 28.10.2014 – XI ZR 17/14, juris Rn. 42 f., BKR 2015, 26). Ob im vorliegenden Fall die Vereinbarung des Kreditbearbeitungsentgelts im Wege einer Individualabrede erfolgt ist, ist – wie oben ausgeführt wurde – der Geltendmachung im Nachverfahren vorzu-behalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.