OLG Frankfurt: Anleger muss nicht vortragen, wie er sich bei korrekter Aufklärung verhalten hätte

Wenn ein Anlageberater nicht über die Höhe einer ihm zufließenden Rückvergütung aufklärt, spricht die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens dafür, dass der Anleger die Anlage bei korrekter Aufklärung nicht gezeichnet hätte. Nach einer Entscheidung des OLG Frankfurt wird diese Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens auch nicht  dadurch widerlegt, dass der Anleger im Rahmen einer Parteivernehmung dies nicht ausdrücklich bestätigt.

In dem Prozess hatte der Anleger auch auf mehrfache Nachfrage nicht begründen können, wie er sich entschieden hätte, sondern dazu geschwiegen. Auch das führte nach der Entscheidung des OLG Frankfurt nicht zu einer Widerlegung der Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens.

(OLG Frankfurt am Main v. 28.07.2017, 10 U 28/16)

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