OLG München urteilt zu verspäteter Erstellung einer Auseinandersetzungsbilanz

Das OLG München hat sich in einem Urteil mit den Folgen einer verspäteten Erstellung einer Auseinandersetzungsbilanz beschäftigt. Sofern einem einem ausscheidenden Gesellschafter oder Treugeber gegen eine Gesellschaft ein Anspruch auf Zahlung eines Auseinandersetzungsguthabens zusteht, muss die Gesellschaft eine Auseinandersetzungsbilanz erstellen. Die Frist hierfür betrug im entschiedenen Fall sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres, in dem der Gesellschafter oder Treugeber ausscheidet. Die Gesellschaft hielt diese Frist aber nicht ein, sondern leistete lediglich eine Abschlagszahlung auf das Auseinandersetzungsguthaben. Das OLG München entschied, dass die Gesellschaft deswegen zum Ausgleich von Verzugsschäden des Ausgeschiedenen verpflichtet ist, weil sie mit der Erstellung der Auseinandersetzungsbilanz in Verzug geraten ist. Nach Auffassung des OLG muss sich die Gesellschaft dabei auch etwaige Versäumnisse eines von ihr eingeschalteten Bewertungsgutachters zurechnen lassen

(OLG München, Urteil vom 13.06.2018 – 7 U 2976/17)