Prodefacto Forderungsmanagement und das angebliche Bild-Abo

Mahnschreiben von Inkassounternehmen sollte man durchaus auf ihre Berechtigung hin prüfen. Das zeigte erst kürzlich ein kleiner Fall von mir. Dort ging es um ein Inkassoschreiben der Prodefacto Forderungsmanagement GmbH.

Eine Mandantin hatte zu einem vergangenen Weihnachtsfest ein BILD-Abo aus ihrem Familienkreis geschenkt bekommen. Das Abo wurde von den Schenkern bezahlt, und irgendwann lief es aus.

Später erhielt meine Mandantin ein Schreiben der Bild, in welchem man zu einem neuen Probe-Abo der Bild-Zeitung gratulierte:

„vielen Dank, dass Sie BILD auf die Probe stellen wollen.

Mit Europas größter Tageszeitung sind Sie immer über das Tagesgespräch in ganz Deutschland informiert. BILD im Abo heißt für Sie: Ihre Zeitung wird Ihnen bequem nach Hause geliefert — bei jedem Wetter.

Ab dem 28.11.2016 liefern wir Ihnen BILD bis zum 11.12.2016 kostenlos ins Haus. Wenn Sie anschließend weiterlesen möchten, brauchen Sie nichts zu tun — Sie erhalten BILD weiterhin zum Preis von zurzeit monatlich 19,90 €.“

Das Problem war:  Meine Mandantin war hochbetagt und bettlägerig. Sie verließ Ihr Haus schon seit geraumer Zeit nicht mehr und schloss auch keine Abo-Verträge ab. Von daher war für sie mehr als schleierhaft, unter welchen Umständen der besagte Abo-Vertrag zustande gekommen sein soll.

Da in der Folgezeit auch überhaupt keine Bild-Zeitung zugestellt wurde, ignorierte meine Mandantin das Schreiben. Irgendwann flatterte dann ein Inkassoschreiben der Prodefacto Forderungsmanagement in ihren Briefkasten:

„Sie haben bei der Firma Axel Springer SE BILD ein Abonnement über die Zeitschrift BILD abgeschlossen.

Die Axel Springer SE BILD hat sich nunmehr entschieden, uns zur Unterstützung hinzuzuziehen.

Wir bitten Sie daher eindringlich, den offenen Betrag in Höhe von 108,81 € bis zum 11.04.2017 unter Angabe des Aktenzeichens … an uns zu überweisen…“

Angesichts dieser eindringlichen Bitte schrieb ich Prodefacto Forderungsmanagement an und forderte unter Fristsetzung einen Nachweis für den Vertragsabschluss, hilfsweise eine Bestätigung, dass die Ansprüche nicht mehr weiter verfolgt werden.

Und siehe da: Kurz darauf bekam ich folgende Antwort:

„gerne nehmen wir Bezug auf das Ihr Telefax vom 03.04.2017 und teilen Ihnen nach Rücksprache mit unserer Auftraggeberin mit, dass aus wirtschaftlichen Gründen von einer Weiterverfolgung der Forderung abgesehen wird.

Die Angelegenheit wurde ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht eingestellt.“

Letztlich soll es mir egal sein, warum Prodefacto etwas „einstellt“. Man fragt sich aber doch, wie genau solche Forderungen überhaupt entstanden sein sollen…

 

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