Die Prospektprüfungspflicht trifft auch Treuhandkommanditisten!

Der BGH hat sich erneut mit den Aufklärungspflichten eines Treuhandkommanditisten bei einem geschlossenen Fonds beschäftigt. Der BGH bekräftigte seine Rechtsprechung, wonach ein Treuhandkommanditist verpflichtet ist, die Anleger über alle wesentlichen Punkte, insbesondere regelwidrige Auffälligkeiten der Anlage, aufzuklären, die ihm bekannt sind oder bei gehöriger Prüfung bekannt sein müssen und die für die von den Anlegern zu übernehmenden mittelbaren Beteiligungen von Bedeutung sind.

Von einem Treuhandkommanditisten kann nach Ansicht des BGH auch erwartet werden, dass er den bei den Beitrittsverhandlungen verwendeten Prospekt im Rahmen einer Plausibilitätskontrolle dahin überprüft, ob dieser ein in sich schlüssiges Gesamtbild über das Beteiligungsobjekt gibt und ob die darin enthaltenen Informationen, soweit er dies mit zumutbarem Aufwand zu überprüfen in der Lage ist, sachlich richtig und vollständig sind.

(BGH, Urteil vom 16.03.2017, Az: III ZR 489/16)

Rechtsprechung zum Thema

BGH, Urteil vom 13. Juli 2006 – III ZR 361/04

BGH, Urteil vom 29. Mai 2008 – III ZR 59/07

BGH, Urteil vom 6. November 2008 – III ZR 231/07

BGH, Urteil vom 12. Februar 2009 – III ZR 90/08

BGH, Urteil vom 23. Juli 2009 – III ZR 323/07

BGH, Urteil vom 22. April 2010 – III ZR 318/08

BGH, Urteil vom 15. Juli 2010 – III ZR 321/08

BGH, Urteil vom 12. Dezember 2013 – III ZR 404/12

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