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Sebastian Hofauer, LL.M.

Rechtsanwalt

Single- und Freizeitclub Julie GmbH – Informationen für Betroffene

Ich berichte hier über den Fall einer Mandantin, die mit der Single- und Freizeitclub Julie GmbH im Streit liegt. Die Single- und Freizeitclub Julie GmbH ist ein Unternehmen mit Sitz in Lutherstadt Eisleben, welches unter anderem eine Freizeitkontaktbörse betreibt.

Der Aufnahmevertrag mit der Single- und Freizeitclub Julie GmbH

Meine Mandantin meldete sich vor vielen Jahren auf eine Single-Kontaktanzeige in einer Zeitung. Dies führte allerdings zu keinem direkten Kontakt mit dem angeblichen Single. Meine Mandantin wurde stattdessen von einem Vertreter zu Hause besucht und unterschrieb bei diesem einen „Aufnahmevertrag für den Single- und Freizeitclub Julie GmbH“.

Der Vertrag sah verschiedenste Kostenpositionen vor:

  • 300,- € inkl. MWSt als Aufnahmegebühr
  • 698,- € inkl. MWSt als Jahresgebühr
  • 202,- € inkl. MWSt Gebühr für die Teilnahme an der Freizeitkontktbörse und den Clubleistungen

Meine Mandantin hatte bereits mehrfach versucht, den Vertrag zu kündigen. Trotzdem sollte meine Mandantin nun ausstehende Beträge von mehreren tausend Euro bezahlen. Die Single- und Freizeitclub Julie GmbH beantragte zunächst einen gerichtlichen Mahnbescheid, dem widersprochen wurde. Daraufhin geschah erst einmal nichts. Über ein Jahr später meldete sich nun die Firma erneut. Diesmal bot sie einen so genannten „Monte-Carlo Vergleich“ an, wonach meine Mandantin einen geringeren Betrag in Raten abzahlen sollte.

Keine Information über Widerrufsrecht

Nach meinen Recherchen bin ich allerdings der Auffassung, dass meine Mandantin überhaupt nichts mehr zahlen muss. Hintergrund ist ein Urteil des LG Halle (Saale) vom 03.01.2017 (Az. 4 O 110/16). In diesem Verfahren ging die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt gegen die Single- und Freizeitclub Julie GmbH gerichtlich vor.

Das Gericht verurteilte die Single- und Freizeitclub Julie GmbH, es zu unterlassen, gegenüber Verbrauchern im Rahmen eines Vertreterbesuches in deren Privatwohnung Aufnahmeverträge zu unterzeichnen, ohne dem Verbraucher zuvor Informationen über die Bedingungen, die Fristen und das Verfahren für die Ausübung eines bestehenden Widerrufsrechtes zur Verfügung zu stellen.

Auch der Aufnahmevertrag meiner Mandantin enthielt keine Belehrung über ein bestehendes Widerrufsrecht. Daher werden wir uns gegen die Forderung entsprechend zur Wehr setzen. Ich werde hierüber bei Gelegenheit weiter berichten.

Wenn Sie ebenfalls einen solchen Vertrag abgeschlossen haben und sich davon lösen möchten, kontaktieren Sie mich einfach unverbindlich per Telefon oder E-Mail. Gerne bespreche ich mit Ihnen Ihre Möglichkeiten und die zu erwartenden Kosten.