Stromio GmbH fordert verjährte Forderungen ein (Man kann es ja mal versuchen)

Über das Forderungsmanagement mancher Unternehmen kann man sich manchmal nur wundern. Ein Mandant suchte mich ratlos auf. Er hatte ein Inkassoschreiben der Rechtsanwaltskanzlei Christopher Zeiler aus Leverkusen erhalten. Darin forderte der Kollege von meinem Mandanten im Namen der Stromio GmbH aus Kaarst einen beträchtlichen vierstelligen Betrag.

Mein Mandant konnte sich dies nicht erklären. Zwar bestand einmal ein Vertrag mit der Stromio GmbH, allerdings waren nach seiner Erinnerung sämtliche Forderungen bezahlt worden.

Ein Blick auf die Forderungsaufstellung ließ mich dann stutzig werden. Versorgungsleistung, Schadenersatz und Rücklastschriftkosten – alles aus dem Jahr 2011. Es sprach also einiges dafür, dass die geltend gemachten Forderungen wegen Verjährung (§ 214 BGB) überhaupt nicht mehr durchsetzbar sind.

Auf ein entsprechendes anwaltliches Schreiben von mir folgte dann irgendwann die knappe Mitteilung:

„in der vorbezeichneten Angelegenheit nehme ich Bezug auf Ihr Schreiben vom … und teile Ihnen mit, dass die Forderungsbeitreibung gegen Herrn … eingestellt wurde.“

Man kann es ja mal versuchen. Die Verjährung wirkt nämlich nicht automatisch. Sie stellt eine Einrede dar, die aktiv vom Schuldner erhoben werden muss. Wer dann trotzdem zahlt, hat Pech gehabt, wie man aus § 214 BGB herauslesen kann:

„(1) Nach Eintritt der Verjährung ist der Schuldner berechtigt, die Leistung zu verweigern.

(2) Das zur Befriedigung eines verjährten Anspruchs Geleistete kann nicht zurückgefordert werden, auch wenn in Unkenntnis der Verjährung geleistet worden ist. Das Gleiche gilt von einem vertragsmäßigen Anerkenntnis sowie einer Sicherheitsleistung des Schuldners.“

Womöglich wird darauf spekuliert, dass dies manche Schuldner überhaupt nicht wissen und reuig zahlen. Wiegesagt, man kann es ja mal versuchen.