Kleinvieh macht auch Mist: Die Unkostenpauschale beim Verkehrsunfall

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Nach einem Verkehrsunfall entstehen dem Geschädigten meistens Auslagen in kleinerem Umfang, zum Beispiel für Telefon, Porto- und Fahrtkosten. Das Problem für den Geschädigten ist häufig, dass er diese Kleinbeträge im einzelnen schlecht belegen kann. Die Rechtsprechung erkennt daher zugunsten von Verkehrsunfallgeschädigten eine allgemeine Unkostenpauschale an.

Die Unfallkostenpauschale zeichnet sich dadurch aus, der Geschädigte die getätigten Aufwendungen nicht im einzelnen darlegen und beweisen muss.

Wie hoch diese allgemeine Unkostenpauschale ist, wird in der Rechtsprechung unterschiedlich beurteilt. Meistens werden jedoch Beträge zwischen 20 und 30 € zugesprochen. Wichtig ist zu wissen, dass pro Unfall nur einmal die Unfallkostenpauschale verlangt werden kann.

Soweit dem Geschädigten tatsächlich höhere Kosten entstanden sind, besteht für ihn natürlich weiterhin die Möglichkeit, seine Unkosten konkret zu belegen und gegenüber dem Schädiger bzw. seiner Haftpflichtversicherung abzurechnen.

Rechtsprechung zum Thema

AG Brandenburg, Urteil vom 08. Januar 2016 – 31 C 111/15 (25 €, konkrete Darlegung der Kosten bleibt möglich)

AG Nürnberg, Urteil vom 08.05.2015 – 18 C 8938/14 (25€)

AG Düsseldorf, Urteil vom 21.11.2014 – 37 C 11789/11 (25€)

OLG Saarbrücken, Urteil vom 08.05.2014 – 4 U 61/13 (25€)

OLG München, Urteil vom 26.04.2013 –10 U 4938/12 (25€)

OLG Köln, Urteil vom 26.02.2013 – 3 U 141/12 (25€)

BGH, Urteil vom 08.05.2012 – VI ZR 37/11 (Anspruch auf Unkostenpauschale, keine generelle Anerkennung auf sämtliche Schadensfälle)

LG Ansbach, Urteil vom 05.01.2012 – 1 S 717/11 (25€)

OLG München, Urteil vom 08.04.2011 – 10 U 5122/10 (25€)

OLG Frankfurt/Main (Urteil vom 17.03.2011 – 17 U 276/09 (30 €)

OLG Frankfurt, Urteil vom 08.02.2011 – 22 U 162/08 (konkrete Darlegung der Kosten bleibt möglich)

KG Berlin, Beschluss vom 20.12.2010 – 12 U 70/10 (20 €)

KG Berlin, Urteil vom 16.08.2010 – 22 U 15/10 (20 €)

AG Schwäbisch Hall, Urteil vom 06.05.2010 – 6 C 20/10 (30 €)

OLG Stuttgart, Urteil vom 07.04.2010 – 3 U 216/09 (25€)

OLG Nürnberg, Urteil vom 15.08.2008 – 5 U 29/08 (25€)

OLG Celle, Urteil vom 09.09.2004 – 14 U 32/04 (25€)

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