Yourfinance AG zur Rückzahlung der Vermittlungsgebühr verurteilt

Über das Geschäftsmodell der Yourfinance AG habe ich bereits vor längerer Zeit in diesem Beitrag berichtet. Die Yourfinance AG, mittlerweile auch unter dem Namen „Davos Finanz“ unterwegs, verlangt per Nachnahme von ihren Kunden Gebühren von mehreren Hundert Euro für die Vermittlung einer Finanzsanierung.

So ging es auch einem Mandanten von mir, der irrtümlich davon ausging, es handle sich hierbei um die Bearbeitungsgebühr für eine Kreditvermittlung. Ich hatte deshalb für meinen Mandanten den entsprechenden Vertrag angefochten und die Yourfinance AG zur Rückzahlung der Vermittlungsgebühr aufgefordert. Da hierauf keine Reaktion erfolgte, wurde Klage erhoben.

Nun hat das Amtsgericht Donaueschingen die Yourfinance AG zur Rückzahlung der Vermittlungsgebühr an meinem Mandanten sowie zur Zahlung der Anwaltskosten verurteilt (Urteil vom 01.07.2020, Az. 1 C 67/20). Das Gericht ging entsprechend meinem Vortrag davon aus, dass das Geschäftsmodell der Beklagten auf bewusste Täuschung der Kunden angelegt ist und damit letztlich einen Betrug darstellt. Ich zitiere aus der Entscheidung:

„Die Klage ist zulässig. Insbesondere ist das Amtsgericht Donaueschingen international gemäß Art. 5 Nr. 3 LugÜ für die Entscheidung der Angelegenheit zuständig.

Der Kläger hat den streitgegenständlichen Anspruch schlüssig begründet. Demnach steht dem Kläger ein Anspruch gemäß §§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB auf Rückzahlung der „Vermittlungsgebühren“, die der Kläger als Nachnahmebetrag in Höhe der Klagesumme an die Beklagte gezahlt hat zu. Nach dem unwidersprochenen Klagevortrag ist das Geschäftsmodell der Beklagten bereits darauf angelegt, die beteiligten Kunden über den Gegenstand des Geschäfts zu täuschen, wie hier geschehen.

Die Berufung wurde vom AG Donaueschingen nicht zugelassen.