Zahlungsaufforderung der yourfinance AG – Was hat es damit auf sich?

Die yourfinance AG aus Zürich (Schweiz) verschickt Zahlungsaufforderungen für die Vermittlung von Finanzsanierungsverträgen. Dabei werden Vermittlungsgebühren von bis zu mehreren 100 € verlangt. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Betroffene können sich gerne an mich wenden.

Der Sachverhalt

Ich vertrete bereits mehrere Mandanten gegen dieses Unternehmen. Dabei geht es regelmäßig um folgenden Sachverhalt:

Meine Mandanten stellten über das Internet eine Finanzierungsanfrage. Kurz darauf erhielten sie Genehmigungsschreiben, die leicht den Eindruck erwecken, es gehe um eine Kreditzusage. So heißt es unter anderem:

„Sie erhalten hiermit eine verbindliche Zusage für die Vermittlung eines genehmigten Finanzsanierungsvertrages (Ablehnung/Absage ausgeschlossen).

Dieser Vertrag ist bereits genehmigt.

Wir bestätigen an dieser Stelle nochmals, dass uns bereits eine Zusage für die Annahme Ihres Antrags vorliegt!“

Nachfolgend sehen Sie ein Muster des Genehmigungsschreibens:

Den Genehmigungsschreiben ist auch ein Freiumschlag und ein Vermittlervertrag beigefügt, den meine Mandanten unterzeichnen und zurückschicken sollten. Der Vermittlervertrag sieht dann z.B. so aus:

Was passiert, wenn man den Vertrag mit der yourfinance AG unterschreibt?

Meine Mandanten unterschrieben diesen Vertrag und schickten ihn an die yourFinance AG zurück. Damit war die Falle zugeschnappt. Denn meine Mandanten hatten keinen Kreditvertrag unterschrieben, wie sie dachten. Tatsächlich hatten sie nur einen Vermittlungsvertrag für den Nachweis eines Finanzsanierungsvertrages unterschrieben. Einen Kredit erhält man damit aber nicht. Dies ergibt sich sogar aus den AGB, die in hellem Grauton auf der Rückseite aufgedruckt sind. Dort heißt es:

„Es werden dem Auftraggeber weder neue liquide und/oder finanziellen Mittel jedweder Art zur Verfügung gestellt, noch sieht dieser Vertrag eine Darlehens- oder Kreditbeschaffung bzw. -vermittlung vor.“

Der Nachnahmebrief

Als nächstes bekamen meine Mandanten einen Brief per Nachnahme zugeschickt. Wer den Nachnahmebrief bezahlte und in der Hoffnung entgegennahm, einen Kreditvertrag zu erhalten, wurde dann enttäuscht. Beigelegt war lediglich ein Finanzsanierungsvertrag, der aber auch keine Kreditgewährung oder Kreditvermittlung vorsieht.

Einige Mandanten wurden skeptisch und verweigerten die Annahme. In diesen Fällen begann die yourfinance AG, Zahlungsaufforderungen an meine Mandanten zu verschicken. Darin heißt es:

„gemäß den Bedingungen des Vermittlervertrages, welcher uns seit dem … von Ihnen unterschrieben vorliegt, haben wir Ihren Finanzsanierungsvertrag per Post versendet. Leider war es nicht möglich den Brief zuzustellen und vereinbarungsgemäß den fälligen Betrag per Nachnahme einzufordern.“

Später erhalten die Betroffenen dann weitere Schreiben mit folgendem Hinweis:

„Bei anhaltender Nichtzahlung kann die von Ihnen beauftragte Dienstleistung nicht vollständig durchgeführt werden. Dies kann unter Umständen zum Verlust der Vermittlungszusage führen.

Nutzen Sie diese LETZTE CHANCE um die Angelegenheit durch sofortige Zahlung ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen!“

Muss man den Vertrag mit der yourfinance AG unterschreiben?

Nein. Auch wenn yourfinance von „verbindlicher Zusage“ schreibt, gibt es keine Verpflichtung, diesen Vertrag zu unterschreiben.

Was ist, wenn man den Vertrag nicht unterschrieben hat?

Wer den Vertrag nicht unterschrieben und zurückgeschickt hat, sollte sich von weiteren Erinnerungen nicht weiter beindrucken lassen. Ohne Vertragsabschluss kann die yourfinance AG keine Rechte aus dem Vermittlungsvertrag herleiten. Ein Widerruf des Vertrags ist dann auch nicht notwendig.

Wer steckt hinter yourfinance AG?

Hinter der yourfinance AG steckt laut den Briefbögen die yourFinance AG, Bahnhofstrasse 10, CH-8001 Zürich. Außerdem gibt es eine deutsche Postanschrift, die „Mail to Swiss Service YFAG“, Ludwigstraße 8, 80539 München.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man auf die yourfinance AG reingefallen ist?

Wenn Sie ebenfalls auf diese Masche hereingefallen sind, empfehle ich Ihnen, nicht zu bezahlen und sich gegen die Forderungen zur Wehr zu setzen. Betroffene können sich gerne an mich wenden. Nutzen Sie hierfür am besten mein Kontaktformular.


(Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Er erhebt daher keinen Anspruch auf fortlaufende Aktualität.)